Anhang

Allgemeines

Aufstellung des Konzernabschlusses

Den vorliegenden Konzernabschluss der KSB AG, Frankenthal, Deutschland, haben wir nach den International Financial Reporting Standards (IFRS), wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315a Abs. 1 HGB anzuwendenden handelsrechtlichen Vorschriften erstellt. Dabei haben wir das Rahmenkonzept sowie alle am Bilanzstichtag gültigen Standards und die Interpretationen des International Financial Reporting Interpretations Committee (IFRIC) angewendet. Die Bezeichnung IFRS umfasst auch die noch gültigen International Accounting Standards (IAS).

Die KSB AG ist eine Aktiengesellschaft nach dem Recht der Bundesrepublik Deutschland. Die Gesellschaft ist im Handelsregister des Amtsgerichts Ludwigshafen am Rhein unter der Nummer HR B 21016 eingetragen und hat ihren Firmensitz in Frankenthal/Pfalz, Deutschland.

Der Konzernabschluss wurde unter der Going-Concern-Prämisse gemäß IAS 1.25 aufgestellt.

Der vorliegende Konzernabschluss, der vom Aufsichtsrat voraussichtlich am 29. März 2011 gebilligt wird, wurde vom Vorstand am 14. März 2011 freigegeben.

Der Konzernabschluss wird im elektronischen Bundesanzeiger bekannt gemacht.

Geschäftsjahr der einbezogenen Unternehmen ist das Kalenderjahr.

Alle wesentlichen Posten der Bilanz sowie der Gewinn- und Verlustrechnung sind gesondert dargestellt und in diesem Anhang erläutert.

Die Gewinn- und Verlustrechnung ist nach dem Gesamtkostenverfahren gegliedert.

Erstmalige Anwendung neuer und überarbeiteter Standards

Die folgenden neuen Interpretationen sowie die überarbeiteten Standards des International Accounting Standards Board (IASB) waren erstmalig für das Geschäftsjahr 2010 anzuwenden:

  • IAS 27 „Konzern- und Einzelabschlüsse“
  • IAS 39 „Finanzinstrumente: Ansatz und Bewertung“
  • IFRS 1 „Erstmalige Anwendung der International Financial Reporting Standards“
  • IFRS 2 „Anteilsbasierte Vergütung“
  • IFRS 3 „Unternehmenszusammenschlüsse“
  • IFRS 5 „Zur Veräußerung gehaltene langfristige Vermögenswerte und aufgegebene Geschäftsbereiche“ (Annual Improvement Project 2008)
  • IFRIC 12 „Dienstleistungskonzessionsvereinbarungen“
  • IFRIC 15 „Verträge über die Errichtung von Immobilien“
  • IFRIC 16 „Absicherung einer Nettoinvestition in einen ausländischen Geschäftsbetrieb“
  • IFRIC 17 „Sachdividenden an Eigentümer“ und einzelne Bestandteile des IAS 10 „Ereignisse nach dem Bilanzstichtag“ sowie IFRS 5 „Zur Veräußerung gehaltene langfristige Vermögenswerte und aufgegebene Geschäftsbereiche“
  • IFRIC 18 „Übertragung von Vermögenswerten durch einen Kunden“
  • „Annual Improvements“ [April 2009]

Grundsätzlich verzichten wir auf eine freiwillige vorzeitige Anwendung der folgenden neuen und überarbeiteten Standards und Interpretationen:

  • IAS 24 „Angaben über Beziehungen zu nahestehenden Unternehmen und Personen“ (für Berichtsperioden, die am oder nach dem 1. Januar 2011 beginnen)
    Danach sind Informationen im Anhang ausgenommen, die nur mit hohem Kostenaufwand zur Verfügung gestellt werden können oder von wenig Wert für die Adressaten sind.
  • IAS 32 „Finanzinstrumente: Darstellung“ (für Berichtsperioden, die am oder nach dem 1. Februar 2010 beginnen)
    Die Änderungen betreffen die Klarstellungen der Klassifizierungen von Bezugsrechten als Eigen- oder Fremdkapital.
  • IFRS 1 „Erstmalige Anwendung der International Financial Reporting Standards“ in Verbindung mit IFRS 7 „Finanzinstrumente: Angaben“
  • „Annual Improvements“ [Mai 2010] (für Berichtsperioden, die am oder nach dem 1. Januar 2011 beginnen)
    Die Änderungen betreffen sechs Standards und eine Interpretation.
  • IFRIC 14 „IAS 19 – Die Begrenzung eines leistungsorientierten Vermögenswertes, Mindestdotierungsverpflichtungen und ihre Wechselwirkung“ (ab 1. Januar 2011)
    Die Änderungen betreffen Unternehmen mit Mindestfinanzierungsvorschriften im Rahmen der Bilanzierung von Pensionsplänen.
  • IFRIC 19 „Tilgung finanzieller Verbindlichkeiten durch Eigenkapitalinstrumente“ (für Berichtsperioden, die am oder nach dem 1. Juli 2010 beginnen)

Die Interpretation bietet Hilfestellung bei der Auslegung der IAS/IFRS.

Die zuvor genannten Standards und Interpretationen haben nach heutigem Kenntnisstand keine materiellen Auswirkungen auf unseren Konzernabschluss.

Konsolidierungsgrundsätze

Konsolidierungskreis

In den Konzernabschluss werden neben der KSB AG 6 in- und 52 ausländische Gesellschaften (Vorjahr 4 in- und 48 ausländische Gesellschaften) im Rahmen der Vollkonsolidierung einbezogen. Bei diesen Gesellschaften halten wir unmittelbar oder mittelbar die Mehrheit der Stimmrechte oder uns steht das Recht zu, die Mehrheit der Mitglieder der Geschäftsführung zu bestellen. Derzeit werden keine Gesellschaften at-equity oder nach dem Quotenverfahren konsolidiert.

Folgende Gesellschaften haben wir zum 1. Januar 2010 erstmals in den Konzernabschluss einbezogen:

  • KAGEMA Industrieausrüstungen GmbH, Pattensen (Deutschland)
  • KSB Armaturen Verwaltungs- und Beteiligungs-GmbH, Frankenthal (Deutschland)
  • KSB OOO, Moskau (Russland)
  • KSB Lindflaten AS, Lysaker (Norwegen)
  • KSB Service Italia S.r.l., Scorzè (Italien)
  • KSB Pumps Inc., Mississauga / Ontario (Kanada)

Die zuvor genannten Konsolidierungskreisänderungen haben zum Konzernjahresergebnis mit rund 1 % oder 0,8 Mio. € beigetragen. Weitere Auswirkungen auf den Konzernabschluss sind bei den jeweils betroffenen Tabellen (zum Beispiel zusätzliche Spalte „31.12.2009 angepasst“ in der Darstellung der Bilanz) sowie innerhalb der Erläuterungen einzelner Positionen dargestellt.

Bei den erstmals einbezogen Gesellschaften, die erworben wurden, entsprachen die Buchwerte nahezu vollständig den jeweiligen beizulegenden Zeitwerten. Im Rahmen der Kaufpreisallokation entstanden, basierend auf den Daten zum Erwerbszeitpunkt, hieraus lediglich Differenzen in Höhe von 239 T€. Diese resultierten vor allem aus der Bewertung von Kundenstamm und Auftragsbestand.

Insgesamt hatten wir im Berichtsjahr für sukzessive Erwerbe bei bereits konsolidierten Unternehmen wie im Vorjahr keine Auszahlungen zu verkraften. Für – wegen Unwesentlichkeit – noch nicht konsolidierte Unternehmen sind 12.906 T€ (Vorjahr 7.144 T€) angefallen. Sie resultieren im Wesentlichen aus der Aufstockung unserer Beteiligung an einem italienischen Motorenhersteller, einer Neugründung in Amerika sowie dem Erwerb von Geschäftsanteilen bei kleineren Gesellschaften in Europa.

Vor dem Hintergrund unserer neuen Konzernstrategie, die unter anderem auch darin besteht, die hohe Anzahl kleiner Gesellschaften zu größeren rechtlichen Einheiten zusammenzufassen, haben wir bereits 2009 begonnen, die entsprechenden gesellschaftsrechtlichen Veränderungen einzuleiten. Damit werden in den kommenden Jahren weitere bisher nicht konsolidierte Unternehmen in den Konsolidierungskreis aufgenommen.

Konsolidierungsmethoden

Die Kapitalkonsolidierung folgt der Erwerbsmethode durch Verrechnung der Anschaffungskosten für die Anteile des Tochterunternehmens mit dem auf das Mutterunternehmen entfallenden Eigenkapital zum Zeitpunkt des Erwerbs. Einen aus der erstmaligen Konsolidierung entstehenden Geschäfts- oder Firmenwert bilanzieren wir gemäß IFRS 3 in Verbindung mit IAS 36 und 38. Er wird mit dem jeweils aktuellen Stichtagskurs bewertet, unter den Immateriellen Vermögenswerten ausgewiesen und mindestens einmal jährlich einem Test der Werthaltigkeit unterzogen. Wird hierbei eine Wertminderung festgestellt, erfolgt eine außerplanmäßige Abschreibung.

Negative Unterschiedsbeträge werden unmittelbar ergebniswirksam erfasst.

Eigenkapitalanteile, die nicht der KSB AG zuzurechnen sind, werden unter den Anteilen anderer Gesellschafter ausgewiesen.

Alle konzerninternen Forderungen, Verbindlichkeiten, Rückstellungen und Haftungsverhältnisse sowie Umsätze, andere Erträge und Aufwendungen werden bereinigt. Ebenso werden die in den Vorräten und im Anlagevermögen enthaltenen konzerninternen Zwischenergebnisse eliminiert.

Die Abschlüsse aller wesentlichen oder nach nationalen Vorschriften prüfungspflichtigen Unternehmen wurden von Wirtschaftsprüfern geprüft und es wurden entsprechende Vermerke erteilt. Diese Prüfung erstreckte sich auch auf die ordnungsgemäße Anpassung der Landesabschlüsse an die konzerneinheitlichen IFRS-Regelungen.

Währungsumrechnung

Der Konzernabschluss wird in Euro aufgestellt. Die Darstellung in diesem Bericht erfolgt in T€, basierend auf den kaufmännischen Rundungsregelungen.

In den einzelnen Gesellschaften werden Geschäftsvorfälle in fremder Währung mit dem Kurs zum Zeitpunkt der Erstverbuchung bewertet. Bei monetären Vermögenswerten und Schulden ist für die Folgebewertung der Kurs am Bilanzstichtag maßgeblich. Die Bewertungseffekte werden erfolgswirksam verbucht.

Die Umrechnung der nicht in Euro aufgestellten Abschlüsse der einbezogenen Gesellschaften erfolgt nach dem Prinzip der funktionalen Währung. Hierbei handelt es sich um finanziell, wirtschaftlich und organisatorisch selbstständige Gesellschaften. Vermögenswerte und Schulden werden zum Bilanzstichtagskurs umgerechnet, die Positionen der Gewinn- und Verlustrechnung zu Jahresdurchschnittskursen. Die daraus resultierenden Effekte weisen wir im Eigenkapital aus.

Effekte aus der Währungsumrechnung der Vermögens- und Schuldposten gegenüber der Umrechnung im Vorjahr sind ergebnisneutral im Eigenkapital verrechnet.

Die Wechselkurse unserer wichtigsten Währungen zu einem Euro betragen:

Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze

Die Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze sind gegenüber dem Vorjahr grundsätzlich unverändert. Sie gelten für alle in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen.

Neben den bereits erwähnten Änderungen im Konsolidierungskreis haben wir unseren Ausweis der erhaltenen Anzahlungen auf Vorräte und teilweise für PoC-Aufträge gegenüber der Vorjahresdarstellung angepasst. Diese Anzahlungen weisen wir nun als Bestandteil der Verbindlichkeiten aus, im Vorjahr waren sie Bestandteil der Kapitel „Vorräte“ sowie „Forderungen und sonstige Vermögenswerte“. Die entsprechenden Auswirkungen sind in diesem Anhang im Kapitel „Verbindlichkeiten“ ersichtlich. Der besseren Vergleichbarkeit wegen wurden in den Kapiteln „Vorräte“, „Forderungen und sonstige Vermögenswerte“ sowie „Verbindlichkeiten“ die jeweilige tabellarische Vorjahresdarstellung in den entsprechenden Positionen angepasst.

Anschaffungskosten

Anschaffungskosten beinhalten neben dem Anschaffungspreis auch Nebenkosten (sofern es sich nicht um einen Unternehmenserwerb handelt) und nachträgliche Anschaffungskosten. Anschaffungspreisminderungen setzen wir ab. Sollten Fremdkapitalkosten im Sinne des IAS 23 anfallen, werden diese ab 2009 aktiviert. Im Geschäftsjahr sind, wie im Vorjahr, keine angefallen.

Herstellungskosten

Die Herstellungskosten enthalten neben den Material- und Fertigungskosten die fertigungsbezogenen Verwaltungskosten. Allgemeine Verwaltungskosten und Vertriebskosten werden nicht aktiviert. Sollten Fremdkapitalkosten im Sinne des IAS 23 anfallen, werden diese ab 2009 aktiviert. Im Geschäftsjahr sind, wie im Vorjahr, keine angefallen.

Finanzinstrumente

Finanzielle Vermögenswerte und finanzielle Schulden setzen wir in der Konzernbilanz an, wenn KSB Vertragspartei bei einem Finanzinstrument wird und wenn mindestens eine Vertragspartei den Vertrag erfüllt hat. Sobald die vertraglichen Rechte auf Zahlungen aus finanziellen Vermögenswerten auslaufen, werden diese ausgebucht. Finanzielle Verbindlichkeiten buchen wir dann aus, sobald die vertraglichen Verpflichtungen beglichen, ausgelaufen oder aufgehoben sind. Grundsätzlich bilanzieren wir Käufe und Verkäufe von Finanzinstrumenten, die zu marktüblichen Konditionen abgeschlossen werden, mit dem Wert zum Erfüllungstag, lediglich Derivate werden mit dem Wert zum Handelstag bilanziert. Dies betrifft sowohl die sogenannten originären Finanzinstrumente wie Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie Finanzforderungen als auch Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie Finanzschulden (jeweils gegenüber fremde Dritte sowie gegen verbundene Unternehmen und Beteiligungen).

Derivative Finanzinstrumente, die wir zur Absicherung gegen Währungs- und Zinsänderungsrisiken einsetzen, sind ebenfalls Bestandteil der Finanzinstrumente.

Einteilung in Bewertungskategorien:

  • Financial Assets Held for Trading (FAHfT) / Financial Liabilities Held for Trading (FLHfT): Zu Handelszwecken gehaltene finanzielle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten, die erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden (Derivate ohne Hedge-Beziehungen)
  • Loans and Receivables (LaR): Kredite und Forderungen (Ausleihungen und originäre Finanzinstrumente, die nicht an einem aktiven Markt notieren)
  • Available for Sale (AfS): Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte (solche, die keine Derivate sind und keiner der anderen Bewertungskategorien zugeordnet werden, wie Anteile an nicht konsolidierten Unternehmen oder Wertpapiere)
  • Financial Liabilities Measured at Amortised Cost (FLAC): Finanzielle Verbindlichkeiten, die zu fortgeführten Anschaffungskosten unter Verwendung der Effektivzinsmethode bewertet werden (Verbindlichkeiten, die nicht an aktiven Märkten notieren, wie beispielsweise Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen)

Der Kategorie „bis zur Endfälligkeit zu haltende Finanzinvestitionen“ ist kein Finanzinstrument zugeordnet.

Bei der erstmaligen Erfassung der Finanzinstrumente bilanzieren wir zum beizulegenden Zeitwert. Die Folgebewertung basiert grundsätzlich auf dem beizulegenden Zeitwert. Bei Krediten und Forderungen wird die Folgebewertung stets zu fortgeführten Anschaffungskosten unter Verwendung der Effektivzinsmethode durchgeführt. Von der Fair Value Option machen wir aktuell keinen Gebrauch. Beizulegende Zeitwerte resultieren aus am Bilanzstichtag festgestellten Marktpreisen, die von anerkannten externen Quellen bezogen werden.

Bewertungsänderungen bei der Kategorie „zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte“ werden erfolgsneutral im Eigenkapital ausgewiesen. Eine Realisierung innerhalb der Gewinn- und Verlustrechnung erfolgt bei Veräußerung oder bei dauerhafter Wertminderung (Impairment).

Umklassifizierungen zwischen den einzelnen Bewertungskategorien haben wir – wie im Vorjahr – nicht vorgenommen.

Immaterielle Vermögenswerte

Die Immateriellen Vermögenswerte sind grundsätzlich zu Anschaffungskosten, vermindert um planmäßige lineare Abschreibungen, bewertet. Die zugrunde gelegte wirtschaftliche Nutzungsdauer beträgt zwei bis fünf Jahre.

Sofern der erzielbare Betrag unter dem Buchwert liegt, erfolgt eine außerplanmäßige Abschreibung. Liegt eine in früheren Perioden festgestellte Wertminderung nicht mehr vor, wird eine Zuschreibung vorgenommen.

Geschäfts- oder Firmenwerte, die zwischen dem 1. Januar 1995 und dem 30. März 2004 entstanden sind, haben wir über maximal 15 Jahre abgeschrieben. Die daraus entstandenen kumulierten Abschreibungen wurden, dem IFRS 3 folgend, zum 1. Januar 2005 mit den historischen Anschaffungskosten verrechnet. Seit 2005 unterliegen die Geschäfts- oder Firmenwerte mindestens einmal jährlich einem Werthaltigkeitstest, planmäßige Abschreibungen erfolgen nicht mehr. Dieser Werthaltigkeitstest bezieht sich auf sogenannte zahlungsmittelgenerierende Einheiten, die bei KSB den rechtlichen Einheiten entsprechen. Sofern der erzielbare Betrag unter dem Buchwert liegt, erfolgt eine außerplanmäßige Abschreibung. Bis 1994 zugegangene Geschäfts- oder Firmenwerte sind mit den Gewinnrücklagen verrechnet. Negative Unterschiedsbeträge, die bis 30. März 2004 entstanden sind, haben wir ergebnisneutral mit den Gewinnrücklagen verrechnet. Danach entstandene negative Unterschiedsbeträge werden unmittelbar ergebniswirksam erfasst.

Im Rahmen der Berechnung der Geschäfts- oder Firmenwerte führen wir Kaufpreisallokationen durch. Dabei bestimmen wir die beizulegenden Zeitwerte der erworbenen Vermögenswerte und Schulden. Neben den beim Verkäufer bereits bilanzierten Vermögenswerten und Schulden, würdigen wir auch marketingbezogene Sachverhalte (im Wesentlichen Marken, Wettbewerbsverbote), kundenbezogene Sachverhalte (im Wesentlichen Kundenlisten, Kundenbeziehungen, Auftragsbestand), vertragsbezogene Sachverhalte (im Wesentlichen besonders vorteilhafte Dienst-, Werk-, Einkaufs- und Arbeitsverträge) sowie technologiebezogene Sachverhalte (im Wesentlichen Patente, Know-How, Datenbanken). Für die Wertfindung bedienen wir uns hierbei vor allem der Residualwertmethode, der Mehrgewinnmethode sowie kostenorientierten Verfahren.

Entwicklungskosten werden als Immaterielle Vermögenswerte mit den Herstellungskosten aktiviert und planmäßig linear abgeschrieben, sofern die in IAS 38 beschriebenen Voraussetzungen erfüllt sind. Forschungskosten werden nicht aktiviert. Können Forschungs- und Entwicklungskosten innerhalb eines Projektes nicht zuverlässig voneinander getrennt werden, wird von einer Aktivierung abgesehen.

Sachanlagen

Sachanlagen sind zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten, vermindert um planmäßige lineare Abschreibungen, bewertet. Steuerlich veranlasste Abschreibungen werden nicht angesetzt. Sofern der erzielbare Betrag unter dem Buchwert liegt, erfolgt eine außerplanmäßige Abschreibung. Liegt eine in früheren Perioden festgestellte Wertminderung nicht mehr vor, wird eine Zuschreibung vorgenommen.

Die geltenden Regelungen zum Komponentenansatz nach IAS 16 werden berücksichtigt.

Zuwendungen der öffentlichen Hand, soweit sie Sachanlagevermögen betreffen, werden – je nach Sachverhalt – bei den jeweiligen Vermögenswerten abgesetzt oder in einen passivischen Ausgleichsposten eingestellt. Dieser wird planmäßig über einen definierten Nutzungszeitraum aufgelöst. Bei den aktuell bilanzierten Zuwendungen, bei denen Haltefristen einzuhalten sind, gehen wir von einer Erfüllung dieser Fristen aus.

Instandhaltungsaufwendungen sind als Aufwand der Periode verbucht, sofern sie nicht zu einer Erweiterung oder wesentlichen Verbesserung des jeweiligen Vermögenswertes führen.

Folgende wirtschaftliche Nutzungsdauern werden angesetzt:

Leasing

Zu zahlende Leasingraten aus operativem Leasing werden als Aufwand der Periode, in der sie anfallen, verbucht. Bei Finanzierungs-Leasing wird der Vermögenswert zum Zeitpunkt des Vertragsabschlusses mit dem niedrigeren Wert von beizulegendem Zeitwert und dem Barwert der Mindestleasingzahlungen aktiviert. In gleicher Höhe erfolgt eine Passivierung der Leasingverbindlichkeit. Der Vermögenswert wird planmäßig über die wirtschaftliche Nutzungsdauer oder die kürzere Vertragslaufzeit abgeschrieben.

Finanzanlagen

Anteile an nicht konsolidierten verbundenen Unternehmen und Beteiligungen bilanzieren wir zum beizulegenden Zeitwert. Verzinsliche Ausleihungen werden mit ihren fortgeführten Anschaffungskosten angesetzt.

Lässt sich ein Zeitwert aufgrund fehlender aktiver Märkte nicht hinreichend verlässlich bestimmen, erfolgt die Bilanzierung zu Anschaffungskosten.

Vorräte

Die Vorräte sind mit dem niedrigeren Wert aus Anschaffungs- oder Herstellungskosten und dem Nettoveräußerungswert angesetzt. Die Ermittlung der Anschaffungskosten erfolgt mittels der gewogenen Durchschnittsmethode. Den Bestandsrisiken, die sich aus der Lagerdauer oder eingeschränkter Verwertbarkeit ergeben, tragen wir durch Abwertungen auf den Nettoveräußerungswert Rechnung. Dies gilt auch für die verlustfreie Bewertung, wenn die Verkaufserlöse die Herstellungskosten zuzüglich noch anfallender Kosten nicht decken. Liegt eine in früheren Perioden festgestellte Wertminderung nicht mehr vor, erfolgt eine Zuschreibung.

Die erhaltenen Anzahlungen auf Bestellungen weisen wir als kurzfristige Verbindlichkeiten aus.

Fertigungsaufträge nach IAS 11

Für nach IAS 11 definierte Fertigungsaufträge wenden wir die Percentage-of-Completion-Methode (PoC) an. Der Fertigstellungsgrad ermittelt sich aus dem Verhältnis der bis zum Stichtag angefallenen Auftragskosten (ohne Materialgemeinkosten) zu den am Stichtag geschätzten gesamten Auftragskosten (ohne Materialgemeinkosten). Der Ausweis der anteiligen vertraglich fixierten Auftragserlöse abzüglich der darauf entfallenden erhaltenen Anzahlungen erfolgt – je nach Saldo – in den Forderungen und sonstigen Vermögenswerten oder innerhalb der kurzfristigen Verbindlichkeiten. Der Periodeneffekt ist in der Gewinn- und Verlustrechnung Bestandteil der Umsatzerlöse. Fertigungsaufträge mit passivischem Saldo sind in den Übrigen Rückstellungen enthalten.

Forderungen und sonstige Vermögenswerte

Forderungen und sonstige Vermögenswerte, die der Kategorie LaR zuzuordnen sind, werden bei der Folgebewertung zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanziert. Niedrig verzinsliche oder unverzinsliche Forderungen werden abgezinst. Darüber hinaus berücksichtigen wir mittels Wertberichtigungskonten erkennbare Risiken durch entsprechende Einzelwertberichtigungen sowie auf Erfahrungswerten beruhende Wertberichtigungen. Liegt eine in früheren Perioden festgestellte Wertminderung nicht mehr vor, erfolgt eine Zuschreibung.

Das Ausfallrisiko unserer Forderungen sichern wir zum Teil ab (nähere Ausführungen siehe Kapitel „Finanzwirtschaftliche Risiken – Kreditrisiko“).

Die hier enthaltenen aktiven Rechnungsabgrenzungsposten sind Abgrenzungen für Ausgaben vor dem Bilanzstichtag, welche erst nach dem Bilanzstichtag Aufwand darstellen.

Wertpapiere

Die Wertpapiere sind mit dem beizulegenden Zeitwert zum Bilanzstichtag ausgewiesen.

Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente

Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente (Kassen-, Bankbestände und kurzfristige Einlagen) werden mit fortgeführten Anschaffungskosten angesetzt.

Latente Steuern

Latente Steuern ermitteln wir nach der bilanzorientierten Verbindlichkeits-Methode (Liability-Methode) auf Basis der jeweils gültigen oder für die Zukunft beschlossenen individuellen Landessteuersätze. Somit entstehen latente Steuern grundsätzlich dann, wenn sich steuerliche Wertansätze von Wertansätzen nach IFRS unterscheiden und dies zu künftigen steuerlichen Be- oder Entlastungen führt. Weiterhin aktivieren wir latente Steueransprüche aus steuerlichen Verlustvorträgen, sofern es hinreichend wahrscheinlich ist, dass sich diese Verlustvorträge zeitnah nutzen lassen. Zusätzlich werden latente Steuern aus Konsolidierungsmaßnahmen berücksichtigt. Latente Steuern werden nicht abgezinst. Eine Saldierung von aktiven und passiven latenten Steuern wird immer dann vorgenommen, wenn sie gegenüber der gleichen Steuerbehörde bestehen.

Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen

Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen werden auf Basis versicherungsmathematischer Gutachten ermittelt. Sie basieren auf leistungsorientierten Altersversorgungssystemen. Die Bewertung erfolgt nach der Projected-Unit-Credit-Methode. Versicherungsmathematische Gewinne und Verluste, die nicht innerhalb eines 10 %-Korridors um den Barwert der DBO (Defined Benefit Obligation) liegen, werden über die durchschnittliche Restdienstzeit verteilt. Die versicherungsmathematischen demografischen Annahmen sowie die Festlegung des Einkommens- und Rententrends und des Zinssatzes erfolgen auf Basis bestmöglicher Schätzung. Der Zinsanteil wird als Zinsaufwand im Finanzergebnis ausgewiesen.

KSB-Gesellschaften, die beitragsorientierte Altersversorgungssysteme nutzen, bilden keine Rückstellungen. Hier wird die Prämienzahlung unmittelbar als Aufwand für Altersversorgung im Personalaufwand der Gewinn- und Verlustrechnung ausgewiesen. Diese Gesellschaften haben außer der Verpflichtung zur Prämienzahlung keine weiteren Verpflichtungen.

Übrige Rückstellungen

Eine Rückstellung wird nur dann gebildet, wenn aus einem in der Vergangenheit eingetretenen Ereignis eine gegenwärtige rechtliche oder faktische Außenverpflichtung entstanden ist, der sich das Unternehmen nicht entziehen kann, und zur Erfüllung dieser Verpflichtung der Abfluss von Ressourcen wahrscheinlich ist sowie die Höhe dieser Verpflichtung zuverlässig geschätzt werden kann. Aufwandsrückstellungen werden nicht bilanziert. Die Höhe der Rückstellung ermitteln wir durch bestmögliche Schätzungen. Sofern Rückgriffs- oder Erstattungsansprüche bestehen, bilanzieren wir diese getrennt und verrechnen sie nicht mit der jeweiligen Rückstellung.

Rückstellungen für Restrukturierungsmaßnahmen werden nur dann gebildet, sofern die in IAS 37 genannten Kriterien erfüllt sind.

Langfristige Rückstellungen werden abgezinst, sofern dies von wesentlicher Bedeutung ist.

Verbindlichkeiten

Verbindlichkeiten, die der Kategorie FLAC zuzuordnen sind, werden mit ihren fortgeführten Anschaffungskosten unter Anwendung der Effektivzinsmethode bilanziert.

Derivative Finanzinstrumente

Derivative Finanzinstrumente setzen wir ausschließlich zu Sicherungszwecken ein. Hierbei sichern wir sowohl bereits bilanzierte Grundgeschäfte als auch zukünftige Zahlungsströme (Cashflow-Hedge) gegen Währungs- und Zinsänderungsrisiken. Bei den eingesetzten Sicherungsinstrumenten handelt es sich ausschließlich um hochwirksame Devisentermingeschäfte, Währungsoptionen und Zinsderivate von bonitätsmäßig einwandfreien Banken. Währungsrisiken sichern wir überwiegend bei Positionen in US-Dollar (USD). Zinsänderungsrisiken werden bei langfristigen, variabel verzinslichen Kreditaufnahmen minimiert. Eine Konzernrichtlinie regelt den Einsatz dieser Instrumente. Weiterhin unterliegen diese Geschäfte einer ständigen Risikokontrolle.

Marktwertänderungen von Währungsderivaten, die ein bereits bilanziertes Grundgeschäft sichern, werden, wie die Marktwertänderungen der dazugehörigen Grundgeschäfte, in der Gewinn- und Verlustrechnung ergebniswirksam erfasst.

Liegt ein Cashflow-Hedge vor, werden die Marktwertänderungen der Währungsderivate so lange im Eigenkapital ergebnisneutral erfasst, bis das dazugehörige Grundgeschäft bilanziert ist.

Marktwertänderungen von Zinsderivaten zur Absicherung der Zinsänderungsrisiken von Verbindlichkeiten werden im Eigenkapital ergebnisneutral erfasst.

Die Bilanzansätze entsprechen dem beizulegenden Zeitwert und werden auf Basis von Marktwerten ermittelt. Diese können positiv oder negativ sein. Die beizulegenden Zeitwerte entsprechen dem Betrag, den wir bei Beendigung des Finanzinstruments zum Abschlussstichtag erhalten würden oder zahlen müssten. Dieser Betrag wird unter Anwendung der zum Abschlussstichtag relevanten Wechselkurse, Zinssätze und Bonitäten der Vertragspartner ermittelt.

Wesentliche Ineffektivitäten sind nicht zu berichten.

Der Ausweis der Derivate erfolgt in den Anderen Forderungen, sonstigen Vermögenswerten und Rechnungsabgrenzungsposten sowie in den Sonstigen Verbindlichkeiten und passiven Rechnungsabgrenzungsposten.

Die Laufzeiten der verwendeten Währungsderivate liegen größtenteils bei ein bis zwei Jahren, die der Zinsderivate bei sechs bis zehn Jahren. Hierbei sind die Laufzeiten der Sicherungsinstrumente auf den Eintritt der künftigen Transaktionen abgestimmt. Nahezu alle abgesicherten künftigen Transaktionen trafen im Berichtsjahr wie geplant ein.

Eventualschulden (Haftungsverhältnisse und sonstige finanzielle Verpflichtungen)

Die nicht bilanzierten Eventualschulden sind mögliche Verpflichtungen, die aus vergangenen Ereignissen resultieren und deren mögliches Eintreten erst durch zukünftige ungewisse Ereignisse bestimmt wird. Ferner kann es sich um gegenwärtige Verpflichtungen aus Ereignissen der Vergangenheit handeln, bei denen ein Ressourcenabfluss möglich, aber nicht wahrscheinlich ist.

Die Eventualschulden entsprechen dem am Bilanzstichtag bestehenden Haftungsumfang.

Erträge und Aufwendungen

Umsatzerlöse umfassen die an Kunden berechneten Entgelte für Lieferungen und Leistungen sowie Lizenzerträge. Erlösschmälerungen mindern die Umsatzerlöse. Die Erfassung von Umsatzerlösen erfolgt grundsätzlich dann, wenn die Waren oder Erzeugnisse geliefert bzw. die Leistungen erbracht worden sind und somit der Gefahrenübergang auf den Abnehmer vorliegt. Die Auswirkungen aus der Anwendung der Percentage-of-Completion-Methode sind ebenfalls innerhalb der Umsatzerlöse erfasst.

Aufwendungen werden zum Zeitpunkt ihres Anfalls oder mit Inanspruchnahme von Leistungen gebucht.

Einschätzungen und Annahmen

Bei der Erstellung des Konzernabschlusses in Übereinstimmung mit den IFRS müssen Einschätzungen und Annahmen mit Auswirkungen auf die anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätze getroffen werden. Im Rahmen der Umsetzung dieser Rechnungslegungsgrundsätze beeinflussen Einschätzungen und Annahmen die im Konzernabschluss ausgewiesenen Vermögenswerte, Schulden, Erträge und Aufwendungen sowie deren Darstellung. Diese Einschätzungen und Annahmen beruhen auf Erkenntnissen der Vergangenheit und verschiedener sonstiger Faktoren, die unter den gegebenen Umständen als zutreffend erachtet werden. Die tatsächlichen Werte können von diesen Einschätzungen und Annahmen abweichen. Wir prüfen laufend die getroffenen Einschätzungen und Annahmen. Liegen neue Informationen und zusätzliche Erkenntnisse vor, erfolgen Anpassungen an die neuen Gegebenheiten. Werden Einschätzungen oder Annahmen geändert und ergeben sich hieraus wesentliche Abweichungen, werden diese gesondert erläutert.

Fristigkeiten

Als kurzfristig gilt grundsätzlich ein Zeitraum bis zu einem Jahr.

Vermögenswerte, die sich erst nach mehr als 12 Monaten realisieren lassen sowie Schulden, die erst nach mehr als 12 Monaten fällig werden, gelten ebenfalls als kurzfristig, sofern sie dem in IAS 1 definierten Geschäftszyklus zuzuordnen sind.

Vermögenswerte und Schulden, die nicht kurzfristig sind, gelten als langfristig.