Zusätzliche Angaben zu den Finanzinstrumenten

Die Anpassungen im Konsolidierungskreis hatten keine wesentlichen Auswirkungen auf die nachfolgenden Erläuterungen zu Finanzinstrumenten, im Vorjahresabschluss wäre dies ebenso gewesen.

Finanzinstrumente – Buchwerte, Wertansätze und beizulegende Zeitwerte nach Bewertungskategorien:

Bei sämtlichen zu fortgeführten Anschaffungskosten bewerteten aktivischen Finanzinstrumenten sind Buchwert und beizulegender Zeitwert identisch. Dies gilt ebenfalls für passivisch dargestellte Leasing-Verpflichtungen, Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie Sonstige Schulden. Ursächlich hierfür sind ganz überwiegend die kurzen Laufzeiten dieser Finanzinstrumente.

Bei den Finanzschulden ohne Leasingverpflichtungen werden die beizulegenden Zeitwerte als Barwerte der mit den Schulden verbundenen Zahlungen ermittelt. Hierbei legen wir eine adäquate Zinsstrukturkurve zugrunde.

Die in vorstehender Tabelle dargestellten beizulegenden Zeitwerte der Wertpapiere des lang- und kurzfristigen Vermögens resultieren aus auf aktiven Märkten notierten Preisen. Bei den Derivaten mit und ohne Hedge-Beziehung erfolgt die Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts auf Grundlage von Inputfaktoren, die sich entweder direkt (das heißt als Preis) oder indirekt (das heißt in Ableitung von Preisen) beobachten lassen.

Die dargestellten Zinsen sind Bestandteil des Finanzergebnisses; die übrigen Effekte haben teilweise auch die Sonstigen betrieblichen Erträge sowie die Sonstigen betrieblichen Aufwendungen beeinflusst.

Aus der Bewertungskategorie AfS resultiert ein Bewertungsergebnis in Höhe von – 8 T€ (Vorjahr 47 T€), welches direkt im Eigenkapital erfasst wurde. Im Berichtsjahr wurde wie im Vorjahr nichts aus dem Eigenkapital entnommen bzw. realisiert.

Finanzwirtschaftliche Risiken

Aufgrund unseres Geschäftes müssen wir uns mit gewissen finanzwirtschaftlichen Risiken auseinandersetzen. Diese lassen sich in drei Bereiche gliedern:

Einerseits unterliegen wir dem sogenannten Kreditrisiko. Darunter verstehen wir den möglichen Ausfall oder verspäteten Eingang vertraglich vereinbarter Zahlungen.

Darüber hinaus besteht ein Liquiditätsrisiko. Dies definiert sich darin, dass ein Unternehmen seine finanziellen Verpflichtungen nicht oder nicht vollständig erfüllen kann.

Schließlich sind wir dem sogenannten Marktrisiko ausgesetzt. Die Gefahr von Währungs- oder Zinsänderungen kann einen negativen Einfluss auf die wirtschaftliche Lage des Konzerns haben. Risiken von Wertpapier-Kursschwankungen sind für uns nicht wesentlich.

All diese Risiken begrenzen wir durch ein adäquates Risikomanagementsystem. Durch Richtlinien und Arbeitsanweisungen regeln wir den Umgang mit diesen Risiken. Darüber hinaus überwachen wir ständig die aktuellen Risikoausprägungen und geben die gewonnenen Erkenntnisse regelmäßig in Form standardisierter Berichte und individueller Analysen an Vorstand und Aufsichtsrat weiter.

Nachfolgend werden die drei Risikobereiche detailliert beschrieben. Darüber hinaus finden Sie weitere Informationen im Konzernlagebericht, hier vor allem in den Kapiteln „Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage“ sowie „Risikomanagement“.

Kreditrisiko

Das Kreditrisiko besteht vor allem darin, dass eine Forderung erst verspätet oder teilweise bis vollständig nicht beglichen wird. Dieses minimieren wir durch eine Vielzahl von Maßnahmen. Grundsätzlich führen wir bei potenziellen und bestehenden Vertragspartnern Bonitätsprüfungen durch. Geschäftsbeziehungen gehen wir nur dann ein, wenn diese Prüfung positiv ausfällt. Darüber hinaus schließen wir Warenkreditversicherungen vor allem durch unsere europäischen Gesellschaften ab. In Ausnahmefällen akzeptieren wir andere Sicherheiten wie beispielsweise Bürgschaften. Diese Versicherungen übernehmen vor allem das Risiko des Forderungsausfalls. Darüber hinaus werden politische und wirtschaftliche Risiken bei bestimmten Kunden in ausgewählten Ländern abgesichert. Für beide Versicherungsarten haben wir Selbstbehalte vereinbart, die allerdings deutlich weniger als 50 % des abgesicherten Volumens ausmachen. Im Rahmen unseres Forderungsmanagements verfolgen wir ständig die offenen Positionen, führen Fälligkeitsanalysen durch und treten bei aufkommenden Zahlungsverzögerungen frühzeitig in Kontakt mit dem Kunden. Bei Großprojekten sehen unsere Geschäftskonditionen Anzahlungsleistungen, Bürgschaften sowie bei Exportgeschäften Akkreditivabsicherungen vor. Dies trägt ebenfalls zu einer Risikobegrenzung bei. Für das verbleibende Restrisiko bei Forderungen aus Lieferungen und Leistungen werden Wertberichtigungen vorgenommen. Dazu prüfen wir regelmäßig, inwieweit ein Wertberichtigungsbedarf einzelner Forderungen besteht. Indikatoren hierfür sind erhebliche finanzielle Schwierigkeiten des Schuldners wie Zahlungsunfähigkeit oder Insolvenz. Darüber hinaus decken wir die Kreditrisiken bei überfälligen Forderungen ab, indem wir Vorsorge auf Basis von Erfahrungswerten der Vergangenheit treffen. Wertberichtigungen nehmen wir dann in Anspruch, wenn hinreichend sicher ist, dass keine Zahlungseingänge zu erwarten sind.

Die Wertberichtigungen der Klasse „Forderungen aus Lieferungen und Leistungen“ sind im KSB Konzern die einzig Wesentlichen. Sie haben sich wie folgt entwickelt:

Die Fälligkeitsstruktur der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen stellt sich wie folgt dar:

Hinsichtlich der weder überfälligen noch einzelwertberichtigten Forderungen aus Lieferungen und Leistungen deuten zum Abschlussstichtag keinerlei Anzeichen darauf hin, dass unsere Schuldner ihren Zahlungsverpflichtungen nicht nachkommen werden.

Das maximale Ausfallrisiko ohne Berücksichtigung erhaltener Sicherheiten entspricht dem Buchwert der finanziellen Vermögenswerte.

Eine Risikokonzentration ist nicht gegeben, da wir aufgrund der Heterogenität unseres Geschäftes insgesamt eine erhebliche Anzahl verschiedener Kunden bedienen.

Liquiditätsrisiko

Durch unser Liquiditätsmanagement stellen wir sicher, dass dieses Risiko im Konzern minimiert wird und unsere Zahlungsfähigkeit jederzeit gegeben ist. Risikokonzentrationen bestehen nicht, da wir mit verschiedenen Kreditinstituten zusammenarbeiten, an die wir auch strenge Bonitätsanforderungen stellen.

Wir generieren unsere finanziellen Mittel überwiegend aus dem operativen Geschäft. Diese nutzen wir, um Investitionen in langfristiges Vermögen zu finanzieren. Darüber hinaus decken wir damit den Finanzierungsbedarf des Working Capital. Um diesen möglichst gering zu halten, verfolgen wir die Entwicklung unserer Forderungen, Vorräte und Verbindlichkeiten regelmäßig auf Basis eines einheitlichen Konzernberichtswesens.

Der besonderen Situation der weltweiten Finanz- und Wirtschaftskrise folgend, hatten wir 2009 zur zusätzlichen Absicherung auch bei einem längeren Krisenverlauf, ein Schuldscheindarlehen mit Laufzeiten von drei und fünf Jahren erfolgreich platziert.

Dieses Berichtswesen stellt außerdem sicher, dass das zentrale Finanzmanagement des Konzerns fortlaufend Kenntnis über Liquiditätsüberschüsse und -bedarfe hat. Dadurch sind wir in der Lage, den Bedürfnissen des Gesamtkonzerns sowie der einzelnen Gesellschaften optimal zu entsprechen. Für unsere deutschen Gesellschaften nutzen wir beispielsweise ein Cash-Pooling-System. Weiterhin sind wir dabei, unser Forderungs-Netting-Verfahren innerhalb der KSB-Gruppe auszuweiten, um das Volumen der Liquiditätsströme und die damit verbundenen Gebühren zu minimieren. Darüber hinaus sorgen wir stets für ausreichend Kreditlinien, deren Umfang wir anhand regelmäßiger Liquiditätsplanungen ermitteln.

Die folgenden Darstellungen zeigen die vertraglich vereinbarten undiskontierten künftigen Cashflows der originären und derivativen finanziellen Verbindlichkeiten. Zinsauszahlungen aus Verbindlichkeiten mit fixer Verzinsung werden anhand des Festzinses ermittelt. Variable Zinsauszahlungen basieren auf den letzten vor dem 31. Dezember variabel gefixten Zinssätzen. Die Nettoauszahlungen aus Derivaten stammen sowohl von Derivaten mit negativem beizulegendem Zeitwert als auch von solchen mit positivem beizulegendem Zeitwert. Planzahlen für zukünftige neue Verbindlichkeiten gehen nicht in die Darstellung ein. Nach unserem heutigen Kenntnisstand ist es weder zu erwarten, dass die dargestellten Zahlungsströme deutlich früher eintreten, noch dass sie in ihrer Höhe erheblich abweichen.

Marktrisiko

Durch unsere weltweiten geschäftlichen Aktivitäten unterliegen wir vor allem Währungs- und Zinsrisiken. Verändern sich hier die Marktpreise, kann dies Auswirkungen auf beizulegende Zeitwerte sowie auf künftige Cashflows haben. Mittels Sensitivitätsanalysen ermitteln wir, welche hypothetischen Auswirkungen solche Marktpreisschwankungen auf Ergebnis und Eigenkapital hätten. Hierbei unterstellen wir, dass der Bestand zum Abschlussstichtag repräsentativ für das Gesamtjahr ist.

Währungsrisiken wirken sich überwiegend auf unsere Cashflows aus operativen Tätigkeiten aus. Diese entstehen dann, wenn die Konzernunternehmen Geschäfte in Währungen abwickeln, die nicht ihrer funktionalen Währung entsprechen. Dieses Risiko minimieren wir durch den Einsatz von Devisentermingeschäften und Währungsoptionen. Weitere Informationen hierzu finden Sie in diesem Anhang unter „Derivative Finanzinstrumente“. Währungsrisiken aus der Umrechnung der ausländischen Unternehmenseinheiten in die Konzernwährung EUR sichern wir grundsätzlich nicht ab.

Die bedeutendste Fremdwährung im KSB Konzern ist der US-Dollar. Das Volumen der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in USD beträgt rund 29 Mio. € (Vorjahr ca. 27 Mio. €). Das Volumen der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen in USD beträgt etwa 7 Mio. € (Vorjahr ca. 5 Mio. €).

Für die Währungs-Sensitivitätsanalyse simulieren wir Effekte auf Basis des Nominalvolumens unserer existierenden Währungsderivate sowie der Fremdwährungsforderungen und -verbindlichkeiten zum Bilanzstichtag. Dabei unterstellen wir eine 10 % Aufwertung (Abwertung) des Euro gegenüber den Fremdwährungen.

Zum Bilanzstichtag wären das Eigenkapital und der beizulegende Zeitwert der Derivate um 7,2 Mio. € niedriger (höher) gewesen; 3,6 Mio. € resultieren aus USD sowie 3,6 Mio. € aus den restlichen Währungen.

Zum Vorjahres-Bilanzstichtag wären das Eigenkapital und der beizulegende Zeitwert der Derivate um 4,2 Mio. € niedriger (höher) gewesen; 2,9 Mio. € würden aus USD sowie 1,3 Mio. € aus den restlichen Währungen resultieren.

Die hypothetische Ergebnisauswirkung im Berichtsjahr wäre mit 0,2 Mio. € negativ (positiv) gewesen; 0,7 Mio. € würden auf USD sowie – 0,9 Mio. € auf die restlichen Währungen entfallen.

Die hypothetische Ergebnisauswirkung im Vorjahr wäre mit 0,8 Mio. € positiv (negativ) gewesen; 1,1 Mio. € würden auf USD sowie – 0,3 Mio. € auf die restlichen Währungen entfallen.

Zinsänderungsrisiken bestehen für variabel verzinsliche Finanzinstrumente. Diese sichern wir bei langfristigen Krediten fallweise mit Zinsderivaten ab. Finanzinstrumente mit Festzins unterliegen diesem Risiko nicht.

Im Rahmen unserer Zins-Sensitivitätsanalyse simulieren wir eine Erhöhung (Absenkung) des Marktzinsniveaus um 100 Basispunkte. Wir betrachten hierbei die Auswirkungen auf die variabel verzinslichen Finanzinstrumente. 2010 wäre das Zinsergebnis um 3,2 Mio. € (Vorjahr 2,7 Mio. €) jeweils höher (geringer) ausgefallen. Wertänderungen von Zinsderivaten zur Absicherung variabel verzinslicher Verbindlichkeiten erhöhen (verringern) das Eigenkapital um 0,1 Mio. € (Vorjahr 0,2 Mio. €).