ERTRAGS-, FINANZ- UND VERMÖGENSLAGE

  • Rückgang im Konzernergebnis
  • Stabile Dividendenausschüttung bei der KSB AG
  • Nochmals deutliche Verbesserung der Nettofinanzposition

Die Entwicklung von Auftragseingang, Umsatz und Ergebnis hat unsere im Vorjahresbericht gestellte Prognose grundsätzlich bestätigt.

Ertragslage

Im abgelaufenen Geschäftsjahr hat sich die wertmäßige Struktur unserer Erfolgsrechnung verändert. Dabei sind die im Anhang näher beschriebenen Effekte aus den bereits erwähnten Erstkonsolidierungen zu berücksichtigen.

Ergebnis vor Steuern

Der KSB Konzern hat ein Ergebnis vor Ertragsteuern von 135,8 Mio. € erwirtschaftet, nach 172,8 Mio. € im Jahr 2009. Damit erzielten wir eine Umsatzrendite von 7,0 % (Vorjahr 9,1 %).

Anstieg der Leistung

Insgesamt sind die Umsatzerlöse aufgrund der verbesserten Geschäftsentwicklung um 2,5 % gestiegen. Die Bestände an Unfertigen und Fertigen Erzeugnissen waren um 12,3 Mio. € höher als im Vorjahr. Da 2009 noch ein Bestandsabbau zu berichten war, ist die Gesamtleistung stärker gewachsen als die Umsatzerlöse. Sie betrug 1.953,8 Mio. € und lag somit um 3,8 % über dem Vorjahreswert von 1.881,8 Mio. €.

Veränderte Kostenstruktur

Der Materialaufwand hat sich um 7,4 % erhöht, unter anderem wegen steigender Einkaufspreise auf den Beschaffungsmärkten. Daher ist der Zuwachs stärker ausgefallen als die Veränderung der Gesamtleistung (+ 3,8 %). Der Verbrauch von 790,9 Mio. € machte 40,5 % der Gesamtleistung aus (Vorjahr 39,1 %).

Der Personalaufwand ist in absoluten Werten um 5,1 % auf 649,8 Mio. € gewachsen. In Relation zur Gesamtleistung verzeichneten wir eine Erhöhung um moderate 0,4 Prozentpunkte auf 33,3 %. Ursächlich hierfür war neben den tariflichen Entgeltsteigerungen der Anstieg der Beschäftigtenzahl, vor allem aufgrund der erstmaligen Konsolidierung von fünf operativen Gesellschaften. Aber auch in der KSB AG – hier im Rahmen von Strategieprojekten – sowie in unseren Gesellschaften in den Wachstumsländern Brasilien und Indien haben wir Personal aufgebaut. Im Jahresdurchschnitt beschäftigte der KSB Konzern 290 Mitarbeiter mehr. Gegenüber dem vorangegangenen Wirtschaftsjahr verbesserte sich die durchschnittliche Leistung je Mitarbeiter von 131 T€ auf 134 T€.

Die Sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind, gemessen an der Gesamtleistung, nur wenig verändert (17,4 % gegenüber 17,2 %). In absoluten Zahlen sind sie um 15,8 Mio. € auf 339,5 Mio. € gestiegen. Zu dieser Entwicklung haben unter anderem höhere Vertriebskosten geführt.

Die in den Vorjahren durchgeführten Großinvestitionen wirken sich nun wie prognostiziert in den Abschreibungen aus. Dies erklärt die Veränderung von 43,4 Mio. € im Vorjahr auf nun 48,1 Mio. €.

Das Finanzergebnis ist insgesamt um 5,8 Mio. € zurückgegangen. Höheren Zinserträgen standen gestiegene Zinsaufwendungen (die Zinsen des Ende 2009 platzierten Schuldscheindarlehens waren im Berichtsjahr erstmals für 12 Monate zu verkraften) und vermehrt durchgeführte Abschreibungen im Finanzanlagevermögen gegenüber.

Ergebnis nach Steuern

Die Ertragsteuerquote hat sich um 4,6 Prozentpunkte erhöht. Sie betrug 33,8 % nach 29,2 % im Jahr 2009. Das Ergebnis nach Ertragsteuern von 90,0 Mio. € (Vorjahr 122,4 Mio. €) hat sich daher mit – 26,5 % deutlicher verändert als das Ergebnis vor Ertragsteuern (– 21,4 %).

Das auf die anderen Gesellschafter entfallende Ergebnis ging von 14,7 Mio. € auf 12,5 Mio. € zurück, ist aber relativ zum Ergebnis nach Ertragsteuern etwas gestiegen (13,9 % nach 12,0 % im Vorjahr).

Die Ergebnisanteile der Aktionäre der KSB AG in Höhe von 77,4 Mio. € lagen somit um 28,0 % unter denen des Vorjahres (107,6 Mio. €).

Ergebnis je Aktie

Das Ergebnis je Aktie betrug für die Stammaktien 44,09 € nach 61,32 € im Vorjahr und für die Vorzugsaktien 44,35 € nach 61,58 € im Jahr 2009.

Rückläufige Erträge auch in der Muttergesellschaft KSB AG

Die KSB AG hat ein Ergebnis vor Steuern (nach HGB) in Höhe von + 39,8 Mio. € erwirtschaftet, also rund 14 % weniger als im Vorjahr (+ 46,3 Mio. €). Lagen die Umsatzerlöse (+ 1,3 %) noch geringfügig über der Vorjahresmarke, so erreichte die Gesamtleistung nicht mehr ganz den Wert aus 2009. Vor allem wegen geringerer Bestandserhöhungen im Jahresvergleich kam es zu einem Rückgang von 0,5 %.

Hohes Dividendenniveau

Trotz des Ergebnisrückgangs sind wir bestrebt, das hohe Dividendenniveau zu halten. Der am 18. Mai 2011 stattfindenden Hauptversammlung werden wir daher vorschlagen, wie im Vorjahr, je Stammaktie 12,00 € und je Vorzugsaktie 12,26 € (einschließlich eines Vorzugsgewinnanteils von 0,26 €) auszuschütten.

Ergebnis der Segmente

Die Segmentierung unseres Geschäfts haben wir im Einklang mit unseren Führungs- und Berichtsstrukturen nach Konzernbereichen vorgenommen.

Im Konzernbereich Pumpen konnten wir einen Anstieg im Auftragseingang von 5,3 % erreichen. Der Umsatz erhöhte sich um 2,5 %. Wir erwirtschafteten ein EBIT von 121,6 Mio. € (gegenüber 129,8 Mio. € im Jahr 2009).

Der Konzernbereich Armaturen verbuchte knapp 9 % mehr Auftragseingang und 4,6 % mehr Umsatz. Das EBIT lag mit 10,1 Mio. € unter dem Wert des vorangegangenen Geschäftsjahres von 11,2 Mio. €.

Beim Service konnten wir sowohl im Auftragseingang mit 16,4 % als auch im Umsatz mit 18,0 % deutliche Zuwächse realisieren. Das erwirtschaftete EBIT ist allerdings wegen Sonderbelastungen in Belgien nur von 26,9 Mio. € auf 30,5 Mio. € gestiegen.

Die in der Überleitungszeile dargestellten Effekte aus der Bewertung von Fertigungsaufträgen nach IAS 11 sind deutlich zurückgegangen. Dies gilt sowohl für den Umsatz (– 42,4 Mio. €) als auch für das EBIT (– 31,1 Mio. €).

FINANZLAGE

Grundsätze und Ziele des Finanzmanagements

Das zentrale Finanzmanagement des KSB Konzerns erfüllt seine Aufgaben innerhalb des vom Vorstand vorgegebenen Handlungsrahmens. Wir richten unsere finanziellen Transaktionen in Art und Umfang strikt auf die Erfordernisse unseres Geschäftes aus. Ziel unseres Finanzmanagements ist es, jederzeit die Liquidität sicherzustellen und zu optimalen Bedingungen die Finanzierung unserer Aktivitäten zu gewährleisten. Exportgeschäfte finanzieren wir unter bestmöglicher Absicherung der Währungs- und Bonitätsrisiken. Unser Forderungsmanagement arbeitet mit ständig verbesserten Methoden daran, unsere Außenstände termingerecht einzubringen.

Absicherung finanzieller Risiken

Um die mit Exportgeschäften verbundenen Währungsrisiken weitestgehend zu reduzieren, setzen wir in erster Linie Devisentermingeschäfte ein. Dies gilt sowohl für bereits bilanzierte Geschäfte als auch für zukünftige Zahlungsströme aus noch abzuwickelnden Aufträgen. Unsere Fremdwährungsgeschäfte tätigen wir überwiegend in US-Dollar. Fremdwährungsverbindlichkeiten machen nur ein vergleichsweise geringes Volumen aus.

Die Risiken aus Preisänderungen auf der Beschaffungsseite für Aufträge mit langen Lieferzeiten reduzieren wir, indem wir Preisgleitklauseln vereinbaren oder bei Festpreisaufträgen abzusehende Teuerungsraten im Verkaufspreis berücksichtigen.

Das Risiko von Forderungsausfällen begrenzen wir durch Kreditversicherungen, durch An- und Teilzahlungen sowie durch Bankgarantien. Um eine nachhaltige Liquidität zu sichern, vereinbaren wir mit unseren Kunden im Projektgeschäft möglichst solche Zahlungsbedingungen, die dem Verlauf des Kostenanfalls in der Auftragsabwicklung entsprechen.

Kurzfristigen Zahlungsstromschwankungen tragen wir dadurch Rechnung, dass wir mit unseren Banken ausreichende Kreditlinien vereinbaren. Um notwendige Sicherheiten im Projektgeschäft stellen zu können, sind zudem entsprechende Bürgschaftsvolumina bereitgestellt. Es sind jeweils angemessene Teile für länger als ein Jahr zugesagt. Unsere Barkredit- und Avallinien belaufen sich auf rund 888 Mio. €.

Die nachfolgenden Ausführungen zur Finanzlage beziehen sich, soweit nicht ausdrücklich erwähnt, auf die veröffentlichten Vorjahreszahlen.

Eigenkapital

Der KSB Konzern ist mit einem Eigenkapital von 825,6 Mio. € ausgestattet. Darin enthalten ist das Gezeichnete Kapital der KSB AG mit 44,8 Mio. €. Die Kapitalrücklage beträgt 66,7 Mio. €. Unsere Gewinnrücklagen belaufen sich auf 602,5 Mio. €; hierin sind die Anteile der Aktionäre der KSB AG am Ergebnis nach Ertragsteuern mit 77,4 Mio. € enthalten. Auf die Anteile anderer Gesellschafter entfallen 111,6 Mio. €. Trotz des deutlichen Anstiegs der Bilanzsumme um 215,9 Mio. € oder 13,1 % hat sich die Eigenkapitalquote nochmals verbessert (44,4 %; im Vorjahr 43,8 %). Berücksichtigt man die Umgliederungen der erhaltenen Anzahlungen auf Bestellungen und Teile der erhaltenen Anzahlungen PoC sowie die Erstkonsolidierungen, wäre der Anstieg der Bilanzsumme im Jahresvergleich 151,1 Mio. € oder 8,8 % gewesen. Der Anstieg der Eigenkapitalquote liegt dann bei 2,3 Prozentpunkten.

Die Anteile anderer Gesellschafter resultieren im Wesentlichen aus den Gesellschaften KSB Pumps Ltd. / Indien (39,7 Mio. €), PAB GmbH / Deutschland (18,1 Mio. €), KSB Shanghai Pump Co. Ltd. / China (11,0 Mio. €), GIW Industries, Inc. / USA (9,7 Mio. €), KSB America Corporation / USA (9,4 Mio. €) und SISTO Armaturen S.A. / Luxemburg (5,2 Mio. €).

Schulden

Größter Posten der Schulden sind die Rückstellungen für Leistungen an Arbeitnehmer und darin wiederum die Pensionsrückstellungen. Diese haben wir zum Bilanzstichtag um 4,1 % auf 245,4 Mio. € aufgestockt. Eine Vielzahl der im KSB Konzern praktizierten Pensionspläne sind leistungsbezogene Modelle. Die damit verbundenen Risiken, wie demografischer Wandel, Inflation und Gehaltssteigerungen, reduzieren wir seit 2009 verstärkt, indem wir beispielsweise für neue Mitarbeiter beitragsorientierte Pläne einsetzen.

Für aktuelle Rentenempfänger und unverfallbare Anwartschaften ausgeschiedener Mitarbeiter betragen unsere Verpflichtungen etwas mehr als die Hälfte des Bilanzansatzes. Der Rest sind Anwartschaften unserer aktiven Mitarbeiter. Deren verbleibende Dienstzeit beträgt im Durchschnitt rund 15 Jahre.

Die restlichen Rückstellungen für Leistungen an Arbeitnehmer, die im Gegensatz zu den Rückstellungen für Pensionen überwiegend kurzfristigen Charakter haben, sind vor allem aufgrund verringerter Altersteilzeitverpflichtungen und Erfolgsbeteiligungen von 143,8 Mio. € auf 134,9 Mio. € zurückgegangen.

Die anderen Rückstellungen beinhalten langfristige Bestandteile in Höhe von 15,6 Mio. € für Garantieverpflichtungen. Der darüber hinausgehende Betrag betrifft Rückstellungen für vorwiegend kurzfristige ungewisse Verbindlichkeiten.

Die langfristigen Verbindlichkeiten sind signifikant von 160,1 Mio. € auf 109,6 Mio. € gesunken. Ursache hierfür ist insbesondere die vorzeitige Tilgung von Krediten, die wir im Vorjahr neu aufgenommen hatten, um die Liquidität des Konzerns auch bei einem länger andauernden Krisenverlauf zu sichern.

Die kurzfristigen Verbindlichkeiten sind stark gewachsen. Neben den Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen fiel der Aufbau mit + 59,6 Mio. € auch bei den auf die Passivseite umgegliederten erhaltenen Anzahlungen deutlich aus. Da der Anstieg stärker ist als bei der Bilanzsumme, hat sich der Anteil der kurzfristigen Verbindlichkeiten am Gesamtkapital auf 21,8 % erhöht.

Haftungsverhältnisse und sonstige finanzielle Verpflichtungen

Die außerbilanziellen Haftungsverhältnisse des KSB Konzerns betrugen zum Bilanzstichtag 13,3 Mio. € (Vorjahr 17,4 Mio. €). Dabei handelt es sich hauptsächlich um Besicherungsgarantien und Gewährleistungsverträge.

Sonstige über den Bilanzstichtag hinausreichende finanzielle Verpflichtungen mit außerordentlichem Charakter bestehen nicht. Lediglich aus für den Geschäftsfortgang notwendigen langfristigen Miet-, Leasing- und Dienstleistungsverträgen (insbesondere Informationstechnologie und Telekommunikation) sowie dem Bestellobligo resultieren weitere finanzielle Verpflichtungen im üblichen Rahmen.

Liquidität

Die Nettofinanzposition des KSB Konzerns, also der Saldo aus verzinslichen Geldwerten einerseits und Finanzschulden andererseits, hat sich aufgrund unseres konsequenten Liquiditätsmanagements im Jahresvergleich nochmals signifikant von 223,0 Mio. € auf 293,0 Mio. € verbessert.

Mittelherkunft und -verwendung

Aus betrieblichen Tätigkeiten erzielten wir einen Cashflow in Höhe von 162,1 Mio. €. Dieser war 50,2 Mio. € geringer als im Vorjahr. Neben dem niedrigeren Ergebnis hat eine verstärkte Mittelbindung bei den Forderungen den Cashflow belastet. Freigesetzt wurden Mittel vor allem durch mehr erhaltene Anzahlungen sowie gestiegene Verbindlichkeiten.

Der Umfang unserer Investitionstätigkeit hat sich gegenüber dem Vorjahr verringert, so dass insgesamt nur noch ein Cashflow von – 91,6 Mio. € (Vorjahr – 99,4 Mio. €) zu berücksichtigen ist.

Der Cashflow aus Finanzierungstätigkeiten veränderte sich aufgrund der Tilgung von Bankkrediten von + 127,4 auf – 88,3 Mio. €. Im Vorjahr wirkten sich dagegen Kreditaufnahmen sowie die Platzierung eines Schuldscheindarlehens aus.

Aus allen Cashflows zusammen hat sich der Finanzmittelbestand des KSB Konzerns nur unwesentlich von 409,8 Mio. € auf 407,6 Mio. € verändert (inklusive 18,9 Mio. € nach im Vorjahr 16,1 Mio. € nicht frei verfügbarer Mittel, um Wertguthaben aus Altersteilzeitverpflichtungen zu sichern), wobei Wechselkursänderungen zu berücksichtigen sind.

Wir gehen davon aus, den vollen Umfang an Zahlungsausgängen auch künftig weitgehend aus dem operativen Cashflow bestreiten zu können. Zusätzliche externe Finanzierungsmaßnahmen sind deshalb aus heutiger Sicht nicht vorgesehen.

VERMÖGENSLAGE

Die nachfolgenden Ausführungen zur Vermögenslage beziehen sich, soweit nicht ausdrücklich erwähnt, auf die veröffentlichten Vorjahreszahlen.

Unsere Bilanzsumme ist um 13,1 % auf 1.861,3 Mio. € gewachsen. Dies erklärt sich im Wesentlichen mit einem Anstieg des langfristigen Vermögens sowie höheren Forderungen und sonstigen Vermögenswerten. Zusätzlich zu berücksichtigen sind die bereits zuvor erwähnten Umgliederungen und Erstkonsolidierungen (aus Letztgenannten resultiert ein Effekt von 8,6 Mio. €).

Im Anlagevermögen sind wie im Vorjahr rund 28 % der Mittel gebunden. Immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen mit Anschaffungswerten von 968,5 Mio. € stehen mit 449,4 Mio. € zu Buche. Die Sachanlageninvestitionen lagen im Berichtsjahr mit 67,8 Mio. € zwar deutlich unter dem Vorjahreswert von 85,3 Mio. €, aber immer noch über den Abschreibungen (44,7 Mio. €). Die höchsten Zugangswerte entfallen mit 21,0 Mio. € auf Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung sowie mit 20,2 Mio. € auf technische Anlagen und Maschinen. Schwerpunkt unserer Investitionstätigkeit war wie im Vorjahr die Region Europa, hauptsächlich Deutschland und Frankreich. Außerhalb Europas wiesen unsere Werke in Indien, China, Indonesien, Brasilien und den USA die höchsten Zugänge aus. Unsere Grundsätze für die Bemessung der Abschreibungen haben wir im Berichtsjahr beibehalten. Die Investitionen in Finanzanlagen haben wir gegenüber dem Vorjahr erhöht, in erster Linie sind die Ausleihungen im Jahresvergleich um etwa 8 Mio. € gestiegen. Der Zuwachs beläuft sich insgesamt aber nur auf 4,2 Mio. €, da die Buchwerte der Anteile an verbundenen Unternehmen und Beteiligungen rückläufig waren. Dort wurden Zugänge, vor allem aus der Aufstockung unserer Anteile an einem italienischen Motorenhersteller, durch gegenläufige Effekte aus der Erstkonsolidierung von sechs Gesellschaften sowie durch vorgenommene Abschreibungen aufgrund von Werthaltigkeitsprüfungen mehr als kompensiert. Die Abschreibungen betrafen im Wesentlichen Gesellschaften in Belgien, den Niederlanden und Deutschland.

Unter Beachtung der erwähnten Umgliederung bei den erhaltenen Anzahlungen sowie der Erstkonsolidierungen sind die Vorräte um 5,9 % auf 324,5 Mio. € gestiegen. Ursächlich hierfür war vor allem das anziehende Geschäftsvolumen. Sie haben rund 17 % unserer Mittel gebunden. Dies ist gegenüber dem angepassten Vorjahr (18 %) eine leichte Verringerung, weil sich die Bilanzsumme stärker verändert hat.

Infolge der erhöhten Umsatzerlöse, insbesondere gegen Jahresende, liegen die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen um mehr als 60 Mio. € über dem Vorjahresultimowert. Einhergehend mit einem höheren Auftragsbestand (mehr als 1,1 Milliarden Euro zum Jahresende 2010) wurde auch der Bestandswert der in Arbeit befindlichen Kundenaufträge, bewertet nach der Percentage-of-Completion-Methode, ohne erhaltene Anzahlungen PoC, um 10,3 Mio. € aufgebaut. Daher entfallen – unter Berücksichtigung der Veränderung der Bilanzsumme – auf Forderungen und sonstige Vermögenswerte rund 32 % der gesamten Aktiva (Vorjahr rund 30 %).

Rund 22 % (Vorjahr etwa 25 %) des Vermögens betreffen Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente. Diese Veränderung ist allein auf die angestiegene Bilanzsumme zurückzuführen, denn wir konnten trotz der vorzeitigen Tilgung von Krediten den absoluten Wert der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente nahezu konstant halten.

Inflation und Wechselkurseinflüsse

Zum Konzernkreis gehören keine Gesellschaften, deren Jahresabschlüsse um Inflationsauswirkungen zu bereinigen gewesen wären.

Die Währungsumrechnung der nicht in Euro aufgestellten Jahresabschlüsse der einbezogenen Konzerngesellschaften hat zu einem Differenzbetrag von + 39,1 Mio. € geführt. Diesen haben wir ergebnisneutral in das Eigenkapital eingestellt.

GESAMTAUSSAGE ZUR WIRTSCHAFTLICHEN LAGE DES KONZERNS

Trotz der eingetretenen negativen Effekte auf die Ertragslage, die von uns so erwartet wurden, ist die wirtschaftliche Situation des KSB Konzerns auch am Ende des Geschäftsjahres 2010 auf hohem Niveau stabil. Wir verfügen somit über eine gute Basis, auch die folgenden Jahre wirtschaftlich erfolgreich zu bewältigen.

GRUNDZÜGE DES VERGÜTUNGSSYSTEMS FÜR DIE VORSTANDSBEZÜGE

Die Vergütung des Vorstands besteht aus festen und variablen Komponenten. Die Höhe der Festbezüge wird in erster Linie von der übertragenen Funktion und Verantwortung bestimmt. Die Festbezüge bestehen aus Fixum und Nebenleistungen sowie Pensionszusagen (Alters-, Berufsunfähigkeits-, Witwen- und Waisenrente). Das Fixum wird als monatliche Grundvergütung ausgezahlt, die Nebenleistungen umfassen die private Nutzung von Dienstwagen sowie die Übernahme von Versicherungsprämien und etwaige Zahlungen für ein nachvertragliches Wettbewerbsverbot. Der variable Vergütungsbestandteil ist von der im jeweiligen Geschäftsjahr erzielten Umsatzrendite abhängig. Darüber hinaus beziehen die Vorstandsmitglieder variable Vergütungsbestandteile mit langfristiger Anreizwirkung. Diese richten sich nach der Entwicklung des Ergebnisses im Rahmen einer Betrachtung nach dem „Economic Value Added“-Verfahren über einen Zeitraum von drei Jahren.

Die Höhe der variablen Vergütungsbestandteile insgesamt ist begrenzt, um außergewöhnlichen, nicht vorhergesehenen Entwicklungen Rechnung zu tragen. Aktienoptionen oder andere aktienbasierte Vergütungen werden den Mitgliedern des Vorstands nicht gewährt.

Neuerdings wurde zudem die Möglichkeit einer in das Ermessen des Aufsichtsrats gestellten Prämienzahlung in Höhe von jeweils maximal drei Monatsgehältern pro Geschäftsjahr geschaffen, um besonderen individuellen Leistungen der Vorstandsmitglieder im Einzelfall Rechnung zu tragen. Hierüber wird unregelmäßig, das heißt nicht notwendigerweise jährlich, zu befinden sein.

ABHÄNGIGKEITSBERICHT

Der Vorstand hat dem Aufsichtsrat den Abhängigkeitsbericht vorgelegt. Dieser schließt mit folgender Erklärung: „Wir erklären gemäß § 312 Abs. 3 AktG, dass unsere Gesellschaft nach den Umständen, die uns in dem Zeitpunkt bekannt waren, in dem die Rechtsgeschäfte vorgenommen oder die Maßnahmen getroffen oder unterlassen wurden, bei jedem Rechtsgeschäft eine angemessene Gegenleistung erhielt und dadurch, dass die Maßnahmen getroffen oder unterlassen wurden, nicht benachteiligt wurde.“

Internes Kontrollsystem (Angaben nach § 315 Abs. 2 Nr. 5 HGB)

Unser internes Kontrollsystem (IKS) trägt dazu bei, die Ordnungsmäßigkeit von laufender Rechnungslegung und Konzernjahresabschlusserstellung sicherzustellen. Zentrale Elemente des IKS sind – neben dem an anderer Stelle in diesem Lagebericht detailliert dargestellten Risikomanagementsystem – Richtlinien und Regelwerke, die unter anderem einheitliche Bilanzierungs- und Bewertungsvorgaben beinhalten. Sie sind von allen Konzerngesellschaften vollumfänglich anzuwenden. Eindeutige Funktionstrennung und das Vier-Augen-Prinzip werden dabei beachtet. Prüfungen unserer internen Revision stellen dies sicher. Zusätzlich erfolgen im Rechnungswesen regelmäßig analytische Plausibilitätsprüfungen über Zeitreihen- sowie Plan-Ist-Abweichungsanalysen. Durch diese Prüfungen erkennen wir frühzeitig signifikante Veränderungen, die wir dann auf Bilanzierungs- oder Bewertungsunstimmigkeiten untersuchen. Die daraus resultierenden Ergebnisse werden im Anschluss auf Managementebene diskutiert.

Unser IKS unterliegt einem stetigen Weiterentwicklungs- und Verbesserungsprozess. Dazu sind wir auch in regelmäßigem Kontakt mit unseren Wirtschaftsprüfern. Gemeinsam analysieren wir aktuelle Fragestellungen der Rechnungslegung wie beispielsweise angekündigte Änderungen von Bilanzierungsregeln. Ergibt sich hieraus ein Bedarf, bestehende Richtlinien oder Regelwerke anzupassen oder zusätzliche zu erlassen, erfolgt dies zeitnah und wird konzernweit kommuniziert.

Erklärung zur Unternehmensführung

Die aktualisierte Erklärung zur Unternehmensführung gemäß § 289a HGB ist ab dem 31. März 2011 auf der Website www.ksb.com in der Rubrik „Investor Relations“ im Unterpunkt „Erklärung zur Unternehmensführung“ öffentlich zugänglich gemacht. Die Erklärung zur Unternehmensführung enthält neben dem Corporate-Governance-Bericht (einschließlich der Entsprechenserklärung gemäß § 161 des Aktiengesetzes) relevante Angaben zu Unternehmensführungspraktiken, die über die gesetzlichen Anforderungen hinaus bei der KSB AG angewandt werden. Weiterhin sind die Arbeitsweise von Vorstand und Aufsichtsrat sowie die Zusammensetzung und Arbeitsweise der gebildeten Ausschüsse des Aufsichtsrats beschrieben.

NACHTRAGSBERICHT

Die tragischen Ereignisse in Japan haben die Diskussion über die Nutzung der Kernkraft als Energiequelle neu geprägt. Inwieweit diese sich auf die Bestellung energietechnischer Komponenten wie Pumpen und Armaturen auswirkt, ist derzeit noch nicht abschätzbar. KSB bietet grundsätzlich für alle Formen der Energieumwandlung geeignete Produkte an. Sollte sich der Anteil der Kernenergie an der weltweiten Stromversorgung künftig verringern, würde das zwangsläufig die Nachfrage nach Kraftwerken im konventionellen Bereich oder nach Anlagen zur Nutzung erneuerbarer Energien fördern. Eine solche Substitution wäre für KSB aus heutiger Sicht nicht von Nachteil.