PROGNOSEBERICHT

  • Auftragseingang und Umsatz sollen deutlich steigen
  • Asien / Pazifik bleibt wichtigste Wachstumsregion
  • Ergebnisniveau trotz höherem Preisdruck stabilisieren

Entwicklung der Märkte und Absatzchancen

Nach der einschneidenden Rezession vor zwei Jahren wird sich die Weltwirtschaft 2011 voraussichtlich weiter erholen. Die früh auf den Wachstumspfad zurückgekehrten Schwellenländer bieten den exportorientierten Nationen anhaltend gute Absatzmöglichkeiten. Zusammen mit einer anziehenden Binnenkonjunktur lässt dies hoffen, dass sich der Aufschwung in einer Reihe von Industriestaaten, einschließlich Deutschland, verstetigt. Dagegen bleibt in einigen hochverschuldeten Ländern abzuwarten, ob und inwieweit sich die wirtschaftliche Situation wieder bessert.

Insgesamt gehen die Prognosen für 2011 überwiegend von einer anhaltenden konjunkturellen Aufwärtsentwicklung aus. Diese wird aber voraussichtlich nicht mehr die gleiche Dynamik entfalten wie im abgelaufenen Jahr. Dämpfende Faktoren können von den notwendigen Maßnahmen ausgehen, kritische Staatsbudgets – insbesondere in den überschuldeten Euro-Ländern – zu konsolidieren. Ebenfalls wachstumshemmend werden staatliche Restriktionsmaßnahmen wirken, die in Volkswirtschaften wie China, Indien und Brasilien Inflationsgefahren eindämmen sollen.

Die in der Krise stark gesunkenen Auftragseingänge des Maschinen- und Anlagenbaus werden sich auch 2011 wieder deutlich erhöhen. Der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau rechnet daher mit einem Wachstum der Produktion um rund 10 %.

Bei Pumpen, Armaturen und Systemen wird die Nachfrage im laufenden Jahr ebenfalls ansteigen. Im kurzzyklischen Breitengeschäft ist mit einer weiteren Besserung der Auftragsentwicklung zu rechnen, während sich die Bestellungen im Projektgeschäft aller Voraussicht nach stabilisieren. Das Geschäft wird 2011 von einer hohen Intensität des Wettbewerbs und einem starken Preisdruck geprägt.

Pumpen

Unser Pumpengeschäft zeigte mit dem Ausklang der Finanz- und Wirtschaftskrise bereits im zweiten Halbjahr 2010 einen deutlich positiven Trend. Dieser wird sich nach unserer Erwartung im laufenden Jahr fortsetzen. Zunehmende Investitionen in der Chemieindustrie sowie in der Energie- und Wasserwirtschaft lassen ein wachsendes Auftragsvolumen sowohl bei einstufigen wie auch bei mehrstufigen Pumpen erwarten.

Hinzu kommen positive Effekte, die aus der Einführung neuer Pumpenbaureihen resultieren. Dazu gehören sehr leistungsstarke Umwälzpumpen für den Einsatz in Hochhäusern sowie weitere Baugrößen unserer Druckerhöhungspumpen für Industrie, Wasserversorgung und Gebäudetechnik. Um den Absatz von Tauchpumpen zu steigern, werden wir unsere Aktivitäten im Abwassergeschäft verstärken und zielen darauf, Marktanteile hinzuzugewinnen.

Im Rahmen strategischer Projekte bauen wir außerdem den Vertrieb für Standardpumpen in wichtigen Märkten aus und nehmen neue Einsatzfelder in den Fokus. Hierzu zählen beispielsweise der Hygienemarkt, erneuerbare Energien und Feuerlöschsysteme nach amerikanischem FM / UL-Standard*. Gute Entwicklungsmöglichkeiten sehen wir ferner im Bergbau. Diesen Markt werden wir in ausgewählten Ländern intensiver bearbeiten.

Die Kundenwünsche nach Produkten mit einer hohen Energieeffizienz begünstigen unseren Absatz an stromsparenden Drehzahl-Regelsystemen sowie an Energiesparmotoren. Hier sehen wir uns technisch gut aufgestellt und werden diese Vorteile nutzen, um den Umsatz mit Automationsprodukten zu steigern.

Armaturen

Auch bei Ventilen, Schiebern und Absperrklappen wollen wir an den Aufwärtstrend im zweiten Halbjahr 2010 anknüpfen und unseren Auftragseingang erhöhen. Nachdem dies im abgelaufenen Jahr bei Standardarmaturen gelungen ist, setzen wir darauf, dass die anziehende Konjunktur auch die Nachfrage nach auftragsspezifisch konstruierten Armaturen in verschiedenen Bereichen wieder antreibt.

Gute Erwartungen verbinden wir mit der Entwicklung in der Chemiebranche sowie in einigen Regionen im Kraftwerksgeschäft. Aber auch der in der Krise eingebrochene Absatz von Marinearmaturen wird sich im laufenden Jahr voraussichtlich erholen. Eine Reihe neuer Absperrklappen, deren Einführung für 2011 vorgesehen ist, wird unsere Position im Armaturenmarkt stärken.

Service

Im Service werden wir gemäß unserer Strategie die Kundennähe in ausgewählten Märkten verbessern. Dazu wird der Aufbau neuer Servicezentren in Asien, Amerika und Australien beitragen. Auch im Mittleren Osten erweitern wir unsere Servicepräsenz punktuell. Für die Regionen außerhalb Europas gehen wir von einem prozentual höheren Wachstum aus als für unseren europäischen Kernmarkt.

In Europa erwarten wir im laufenden Jahr Impulse aus dem Nukleargeschäft in Frankreich. Dort haben wir 2010 bereits erste Rahmenverträge für Serviceleistungen abgeschlossen. Dabei konnten wir uns auf die Erfahrung und die Kontakte unserer neu erworbenen französischen Gesellschaft Euro Techno Consulting stützen, die sich auf solche Anlagen spezialisiert hat. Darüber hinaus bieten wir in Deutschland und Frankreich unsere Dienstleistungen im Bereich der erneuerbaren Energien an, vornehmlich für Windkraftanlagen.

Perspektiven des Konzerns und der Regionen

Die aktuelle Entwicklung der Märkte bestätigt die grundsätzliche Ausrichtung unserer Strategie. Diese sieht unter anderem vor, die Marktdurchdringung in perspektivreichen außereuropäischen Ländern zu erhöhen und zugleich unsere Position in Europa zu festigen. Daran sowie an weiteren Strategieprojekten werden wir im Konzern intensiv arbeiten. Aufgrund dieser Initiativen und der Marktentwicklung kann unser Auftragseingang in den Regionen Asien / Pazifik und Amerika 2011 prozentual deutlich stärker steigen als in unserem europäischen Heimatmarkt.

Europa

Für den europäischen Markt ist aktuell von einer zweigeteilten Konjunkturentwicklung auszugehen. Während die exportorientierten Volkswirtschaften von der Wiederbelebung des Welthandels profitieren, fallen andere Länder aufgrund der Schuldenkrise und dem hartem Konsolidierungskurs in ihrer wirtschaftlichen Erholung zurück.

Das Breitengeschäft mit Standardprodukten wird voraussichtlich weiter wachsen. Demgegenüber wird das Projektgeschäft in der Energietechnik und im Wassertransport noch von der Zurückhaltung vieler Investoren geprägt bleiben, die in der Krise keine neuen Projekte in Angriff genommen haben. Dies gilt insbesondere für Westeuropa, während im osteuropäischen Markt, vornehmlich in Russland, durchaus Potenzial für eine positive Entwicklung im Projektgeschäft zu erkennen ist. Im Servicegeschäft bieten die 2010 getätigten Akquisitionen in Deutschland und Frankreich Ansatzpunkte, unser Geschäft auszuweiten. Auch 2011 wollen wir außerdem regionale Lücken schließen und unsere Kompetenzen im Service erweitern.

Mittlerer Osten / Afrika

Der Aufschwung in der Weltwirtschaft und die damit verbundene Nachfrage nach energetischen und metallischen Rohstoffen hat das Preisniveau für diese Güter nach oben getrieben. Die teilweise höheren Einnahmen der Öl und Rohstoffe exportierenden Länder machen Investitionsmittel frei für Infrastrukturprojekte zur Wasserversorgung und Abwasserreinigung sowie für Bauvorhaben. Neue Pumpen und Armaturen benötigt außerdem die Öl- und Gasindustrie. In Nordafrika werden voraussichtlich aufgrund der politischen Unruhen zeitweise weniger Aufträge vergeben.

Unsere Kunden bedienen wir über ein regionales Handelszentrum in Dubai sowie ein Netz von Vertriebsgesellschaften und Handelspartnern. In der Türkei, in Saudi-Arabien und in Südafrika fertigen wir für ausgewählte Märkte auch direkt vor Ort. Unser Angebot an Dienstleistungen in der Region, in die auch mehrere Servicegesellschaften eingebunden sind, wollen wir 2011 schwerpunktmäßig in den Vereinigten Arabischen Emiraten und Saudi-Arabien verbessern.

Asien / Pazifik

Die asiatischen Märkte werden sich nach unserer Einschätzung, trotz der Regulierungsmaßnahmen in einigen Ländern, weiterhin dynamisch entwickeln. In den beiden stärksten Volkswirtschaften China und Indien können wir an diesem Wachstum mit unseren dort etablierten Vertriebs- und Produktionsgesellschaften unmittelbar partizipieren.

Aufgrund der steigenden Industrieproduktion in der Region und der stetig wachsenden Nachfrage nach Energie sehen wir gute Auftragsmöglichkeiten in der produzierenden Industrie und im Kraftwerksbau. Auch Wasser- und Abwasserprojekte werden aufgrund der rasanten Entwicklung der Infrastrukturen für unser Geschäft an Bedeutung gewinnen. Indem wir neue Regionalzentren für Projektabwicklung und Anwendungsberatung einrichten, verbessern wir die Betreuung der Kunden und gestalten sie effektiv und zeitnah.

Darüber hinaus ist es ein strategisches Ziel, unser Breitengeschäft mit Standardpumpen und -armaturen zu intensivieren. Spezielle Vertriebsteams schaffen dazu in mehreren asiatischen Ländern die Voraussetzungen.

Durch das wachsende Neugeschäft in der Region Asien / Pazifik wird in den kommenden Jahren die Nachfrage nach Serviceleistungen steigen. Diese Entwicklung geht einher mit der wachsenden Bereitschaft der Kunden, Dienstleistungen an externe Anbieter zu vergeben. Daher werden wir vor allem in China, Indien und Australien neue Reparaturzentren einrichten.

Amerika

Das Wirtschaftswachstum in der Region Amerika wird 2011 voraussichtlich geringer sein als 2010. Der nordamerikanische Markt zeigt eine langsame Erholung, sodass wir erwarten, an Projekten zur Energieversorgung und zur Abwasserreinigung mitwirken zu können. Der hohe Ölpreis wird außerdem zu neuen Investitionen in der kanadischen Ölsandindustrie führen, die wir mit Feststoffpumpen unserer US-Tochter GIW Industries, Inc. bedienen. Auch im Servicegeschäft erwarten wir einen Aufschwung, zu dem unsere Neugründung Standard Alloys Inc. beitragen wird.

In Südamerika wird die Wirtschaft voraussichtlich kräftiger wachsen. Dies gilt besonders für Argentinien, Brasilien und Chile, wo wir mit eigenen Gesellschaften vertreten sind. In dem ebenfalls aussichtsreichen Land Peru planen wir, eine neue Gesellschaft zu gründen. Gute Auftragschancen sehen wir in Südamerika derzeit vor allem in der Industrie, einschließlich der Ölindustrie, in der Wasserversorgung und im Bergbau.

Insgesamt ist im amerikanischen Markt ein scharfer Wettbewerb zu erwarten. Dieser geht auf das verstärkte Engagement von Herstellern aus anderen Regionen zurück, die derzeit versuchen, vornehmlich Brasilien und die USA als Absatzmärkte zu erschließen. Unsere langjährigen Kundenkontakte werden uns helfen, die Chancen in den gut erschlossenen Anwendungsbereichen unserer Produkte weiter zu nutzen. Zugleich wollen wir unser Geschäft mit Standardprodukten sowie den Service ausbauen.

Finanzwirtschaftlicher Ausblick

Vor dem Hintergrund der sich erholenden Weltwirtschaft streben wir an, unseren Auftragseingang 2011 und auch im Folgejahr weiter zu steigern. Einen Zuwachs erwarten wir in allen drei Konzernbereichen: Pumpen, Armaturen und Service. Dabei sehen wir die Wachstumschancen im laufenden Jahr vor allem im Breitengeschäft mit Standardprodukten sowie im Service, während im Projektgeschäft erst ab 2012 von höheren Auftragseingängen auszugehen ist. Insgesamt können wir aber bei dem prognostizierten Konjunkturverlauf bereits 2011 wieder das Vorkrisenniveau erreichen.

Beim Umsatz rechnen wir damit, dass dieser 2011 in allen Konzernbereichen stärker steigen wird als der Auftragseingang. Diese Entwicklung steht im Zusammenhang mit der Abarbeitung unseres hohen Auftragsbestandes. Im darauffolgenden Jahr wird sich der Umsatz voraussichtlich in gleichem Umfang erhöhen wie der Auftragseingang.

Im laufenden Jahr erwarten wir ein Konzernergebnis, das mindestens das Niveau des Jahres 2010 erreicht. Eine Verbesserung ist wegen des Preisdrucks in den Absatzmärkten sowie den absehbaren Kostensteigerungen im Material- und Personalbereich noch unsicher. Bei den Pumpen können wir aufgrund der problematischen Wettbewerbssituation – vor allem im Projektgeschäft – Rückgänge nicht ausschließen. Demgegenüber ist in den beiden auf Service und Armaturen ausgerichteten Konzernbereichen eine günstigere Entwicklung absehbar. Für 2012 gehen wir aus heutiger Sicht insgesamt von einem moderaten Ergebniswachstum aus.

Unsere Ausgaben für Sachanlagen werden 2011 voraussichtlich zunehmen. Aufgrund unserer sehr guten Finanzlage gehen wir davon aus, diese Investitionen vollständig aus Eigenmitteln finanzieren zu können.

Die Durchführung unserer stategischen Projekte wird 2011 und auch in den kommenden Jahren einen Schwerpunkt unserer Arbeit bilden. Hierfür stellen wir die notwendigen Finanzmittel und Kapazitäten bereit.

Akquisitionen werden wir dann ins Auge fassen, wenn sie zu unseren strategischen Schlüsselprojekten passen und sich unter Berücksichtigung aller finanzwirtschaftlichen und strategischen Aspekte als sehr vorteilhaft erweisen.

Zukunftsbezogene Aussagen

Soweit dieser Bericht zukunftsbezogene Aussagen enthält, weisen wir darauf hin, dass die tatsächlichen Ereignisse wesentlich von den Erwartungen über die voraussichtliche Entwicklung abweichen können, wenn eine der genannten oder andere Unsicherheiten eintreten oder sich die den Aussagen zugrunde liegenden Annahmen als unzutreffend erweisen.