Risikomanagement

  • Krisenbedingte Marktrisiken verringert
  • Finanzierungsspielraum mit hohen Reserven
  • Anziehende Preise für Einsatzstoffe

Als weltweit tätige Unternehmensgruppe ist der KSB Konzern globalen wie regionalen Risiken ausgesetzt. Um unsere geschäftlichen Ziele zu erreichen, ist es erforderlich, diese verschiedenen Risiken zu kennen und zu begrenzen. Dies gelingt uns mithilfe eines konzernweiten Risikomanagements, das Teil unseres Steuerungssystems ist.

Nach den Maßgaben des Risikomanagement-Handbuches stehen alle Konzerngesellschaften in der Verantwortung, Risiken zu erfassen, zu bewerten und an die Konzernzentrale zu melden. Darüber hinaus müssen sie Maßnahmen einleiten, um Schäden abzuwehren oder zu begrenzen. Nur durch das konsequente Managen von Risiken lassen sich die Chancen für ein ertragsorientiertes Wachstum verantwortungsvoll nutzen.

In das Management von Chancen und Risiken sind in erster Linie Controlling, Finanz- und Rechnungswesen sowie die Interne Revision eingebunden. Entsprechende Richtlinien zur Organisation und zur Durchführung liegen vor.

Dem Rechnungswesen obliegt in vorher eindeutig definierten Teilprozessen die Jahres- und Konzernabschlusserstellung.

Im Planungs- und Reportingprozess identifizieren und dokumentieren Controlling sowie Finanz- und Rechnungswesen systematisch die Chancen sowie die Risiken der operativen Bereiche. Ergänzend dazu führen sie laufend Ergebnisanalysen durch und berichten monatlich an die Konzernleitung. Die einzelnen Geschäftseinheiten erstatten zweimal im Jahr in einer Vorstandssitzung über die aktuelle und die voraussehbare Geschäftsentwicklung Bericht. Soweit erforderlich, werden dann Maßnahmen eingeleitet, um neue Chancen wahrzunehmen und erkannte Risiken zu beherrschen.

Die Interne Revision ist in die Controllingprozesse eingebunden. Sie wird zeitnah informiert und plant ihre Prüfungen so, dass sie risikoträchtige Einheiten bevorzugt untersucht. Die Revisionsprüfer stellen außerdem sicher, dass alle operativen Einheiten die Richtlinien beachten und ebenso aktiv wie regelmäßig am Risikomanagement mitwirken.

Die Information über erkannte Risiken und eingeleitete Gegenmaßnahmen ist integraler Bestandteil der Berichterstattung an den Vorstand und den Prüfungsausschuss des Aufsichtsrates. Dabei erfassen und kommunizieren wir die Risiken anhand der nachfolgenden Kategorien:

Markt / Wettbewerb

Die weltweite Finanz- und Wirtschaftskrise hat die meisten der von KSB bedienten Branchen in Mitleidenschaft gezogen. Die daraus resultierende Nachfrageschwäche barg die Gefahr, sich zu verfestigen, was zu einer dauerhaften Unterauslastung unserer Produktion geführt hätte. Dieses Risiko hat sich 2010 mit dem Stimmungsumschwung in der Wirtschaft und der verstärkten Investitionsbereitschaft vieler Kunden deutlich verringert. Bereits in der zweiten Jahreshälfte war das nur selektiv genutzte Instrument der Kurzarbeit nicht mehr erforderlich.

Unsere Werke, die Erzeugnisse für die Gebäude- und Industrietechnik herstellen, näherten sich 2010 wieder dem Produktionsniveau vor der Krise. Bei Pumpen für die Energiewirtschaft wird sich der konjunkturelle Umschwung erst zeitversetzt auf die Auftragsvergaben auswirken, sodass der Druck auf die Verkaufspreise unserer Produkte anhält. Auch unsere Produktion von Armaturen für Flüssiggastransporte war 2010 noch schwächer ausgelastet; hier erwarten wir für das laufende und das darauffolgende Jahr eine Besserung.

Fortsetzen kann sich die Tendenz einiger Volkswirtschaften, ihre Märkte gegenüber ausländischen Anbietern abzuschotten. Dieser Entwicklung begegnen wir, indem wir unsere lokale Wertschöpfung ausbauen.

Insgesamt gehen wir davon aus, dass sich die aus der Finanz- und Wirtschaftskrise resultierenden Marktrisiken im laufenden und im darauffolgenden Jahr weiter verringern.

In Nordafrika können die politischen Umwälzungen zu einer zeitweisen Verringerung der Auftragsvergaben führen. Diese wird aber unser Gesamtgeschäft, an dem der Umsatz in den betroffenen Ländern nur einen kleinen Anteil hat, nicht wesentlich beeinträchtigen.

Produkte / Projekte

Für eine erfolgreiche Zukunft sind Erzeugnisse, die in Technik und Preis marktgerecht sind, eine unerlässliche Voraussetzung. Daher überprüfen wir kontinuierlich unser Produktportfolio. Pumpen, Armaturen und Systeme, die unseren technischen Ansprüchen nicht mehr genügen, ersetzen wir frühzeitig durch neue oder verbesserte Erzeugnisse mit einem in der Regel höheren Kundennutzen. Damit wir diese Produkte zu marktgerechten Preisen anbieten können, sind Kostengesichtspunkte für unsere Konstruktionsarbeit wesentlich. Zugleich stellen wir in unserem Entwicklungsprozess sicher, dass von den ausgewählten Materialien keine Umweltbelastungen ausgehen.

Dem Wunsch unserer Kunden, verstärkt energiesparende Motoren einzusetzen, haben wir 2010 mit der mehrheitlichen Übernahme des italienischen Unternehmens ITACO s.r.l. entsprochen. Dieses verfügt über eine zukunftsweisende Antriebstechnik, die sich mit KSB-Drehzahlregelsystemen besonders effizient nutzen lässt. Die Motoren kommen darüber hinaus ohne seltene Erden* aus, wie sie üblicherweise für Hocheffizienzantriebe benötigt werden. Für diese Materialen sind Versorgungsengpässe und steigende Kosten zu erwarten.

Nennenswerte Risiken, die aus technischen Problemen unserer Produkte resultieren könnten, bestehen nicht.

Finanzen / Liquidität

Die Finanz- und Wirtschaftskrise hat sich in einigen Fällen auf die Zahlungsfähigkeit von Kunden ausgewirkt. Um die daraus resultierenden Ausfallrisiken zu minimieren, beobachten wir kontinuierlich unsere Zahlungseingänge. Auf diese Weise können wir frühzeitig reagieren und unser Forderungsmanagement entsprechend anpassen. Größere Zahlungsausfälle waren 2010 nicht zu verzeichnen, was die Wirksamkeit unserer Maßnahmen belegt. Unser striktes Forderungsmanagement werden wir fortsetzen und insbesondere im Großanlagengeschäft weiterhin An- und Teilzahlungen vorsehen. Die Risiken aus Zahlungsströmen in unterschiedlichen Währungen verringern wir durch Kurssicherungsmaßnahmen. Dafür nutzen wir in erster Linie Devisenterminkontrakte, sowohl für bereits bilanzierte Geschäfte als auch für zukünftige Zahlungsströme aus noch abzuwickelnden Aufträgen.

Das im Vorjahr platzierte Schuldscheindarlehen haben wir 2010 zur Finanzierung unseres operativen Geschäfts nicht benötigt. Unsere strategischen Vorhaben konnten wir ebenfalls aus eigener Kraft finanzieren und darüber hinaus aufgenommene Kredite vorzeitig tilgen. Auch für das laufende und das darauffolgende Jahr gehen wir davon aus, dass wir unseren Finanzierungsspielraum allenfalls teilweise in Anspruch nehmen. Daher verfügen wir weiterhin über ein erhebliches Liquiditätspolster.

Beschaffung

Die Rahmenbedingungen auf den Beschaffungsmärkten haben sich im Berichtsjahr wieder etwas verschärft. Der Produktionsanstieg in Märkten wie China und Indien hat dazu geführt, dass wir für die von uns benötigten Materialien und Rohstoffe teilweise höhere Bezugspreise zahlen mussten als 2009.

Wenn die Erholung der Weltwirtschaft im laufenden Jahr anhält, ist damit zu rechnen, dass die Preise für diese Güter noch weiter steigen. Auch können Engpässe bei der Beschaffung entstehen. Um dieser Gefahr zu begegnen, haben wir zusätzliche Lieferquellen erschlossen, vornehmlich im asiatischen Raum. Mit dem konjunkturellen Aufschwung wird sich aber auch unser Spielraum vergrößern, steigende Materialkosten durch Preisanpassungen an die Kunden weiterzugeben.

Technologie / Forschung und Entwicklung

Im abgelaufenen Geschäftsjahr haben wir unsere Aktivitäten in Forschung und Entwicklung intensiviert. Insbesondere die Anfang 2010 eingeführte Konzernorganisation stärkt die produktbezogene Innovation.

Beim Entwickeln unserer Produkte wollen wir technische und marktbedingte Risiken rechtzeitig erkennen. Mitarbeiter aus dem Vertrieb sind in wichtige Entwicklungsphasen integriert, um neue Erkenntnisse vom Markt unmittelbar einfließen zu lassen. Auf diese reagieren wir wenn nötig unmittelbar mit konstruktiven Änderungen. Um die Zeit von der Entwicklung bis zur Markteinführung neuer Produkte zu verkürzen, haben wir 2010 unsere Prozesse entsprechend überarbeitet.

Weiterhin entwickeln wir kundenspezifische Produkte, die nur in eng begrenzten Anwendungsbereichen zum Einsatz kommen. Die mit den Kunden abgeschlossenen Verträge stellen sicher, dass solche individuellen Konstruktionen, unabhängig von ihrer Nutzung, vergütet werden. Damit lässt sich ein finanzielles Risiko für KSB vermeiden.

Umwelt

Ebenso wie andere Unternehmen unterliegt KSB zahlreichen Umweltschutzgesetzen und -vorschriften der EU sowie einzelner Länder. Um Risiken durch Umweltbelastungen zu verringern, wachen Beauftragte an allen KSB-Standorten darüber, dass die Mitarbeiter diese Regeln streng beachten und sich an die teils noch schärferen internen Umweltstandards halten. Wo an einzelnen Standorten Altlasten bestehen, sichern entsprechende Rückstellungen die Sanierungsmaßnahmen finanziell ab.

Sonstige Risiken

Schwerwiegende geschäftliche Nachteile können durch die Manipulation oder den Verlust von Daten entstehen. Diese Risiken minimieren wir, indem wir uns auf moderne, leistungsfähige Hardware mit aktuellen Softwareversionen stützen. Wir verfügen über standardisierte IT-Infrastrukturen, Datensicherungssysteme, Spiegeldatenbanken, aktuelle Virenschutzprogramme und gesicherte Zugangsverfahren. Außerdem beugen wir mit Ersatzkapazitäten ausfallbedingten Engpässen vor.

Wo KSB-Gesellschaften noch mit IT-Systemen arbeiten, für deren Software die Wartungsverträge ablaufen oder die stärker ausfallgefährdet sind, haben wir den Einsatz von SAP ERP vorangetrieben. Auf diesem Wege sind wir dabei, unsere Geschäftsprozesse weltweit zu harmonisieren und sicherer zu machen.

Aufgrund des demografischen Wandels verschärft sich der Wettbewerb um qualifizierte Fach- und Führungskräfte. Um uns darauf einzustellen, führen wir das Projekt „Demografische Fitness“* durch, in dem wir Altersstrukturen analysieren und bedarfsorientierte Maßnahmenpläne erstellen. Darüber hinaus vereinfachen und standardisieren wir unsere Prozesse, neu zu besetzende Stellen international auszuschreiben.

Gesamteinschätzung

Trotz einer anziehenden Weltkonjunktur haben die Märkte die Finanz- und Wirtschaftskrise noch nicht vollständig überwunden. Auch 2011 und 2012 bleibt es daher eine wichtige Managementaufgabe, die damit verbundenen Gefahren zu erkennen und diesen rechtzeitig entgegenzuwirken.

Insgesamt haben wir im Geschäftsjahr 2010 keine Risiken identifiziert, welche die Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage des Konzerns wesentlich oder dauerhaft beeinträchtigen könnten.