Wirtschaftliche Rahmenbedingungen

  • Weltwirtschaft weiter auf Erholungskurs
  • Maschinenbau profitiert von Industriegüterkonjunktur
  • Markt für Standardpumpen und -armaturen wächst wieder

Schneller als von vielen Experten vorausgesehen, hat sich die Weltwirtschaft 2010 erholt. Vor allem die asiatischen Schwellenländer, die schon Mitte des Vorjahres die ökonomische Wende eingeleitet hatten, entwickelten sich sehr dynamisch. Aber auch die Produktion in vielen Industriestaaten nahm wieder zu. Den wirtschaftlichen Erholungskurs stützten diverse Konjunkturprogramme, ein insgesamt günstiges Zinsniveau sowie ein spürbarer Nachholbedarf in Branchen, die Investitionen krisenbedingt ausgesetzt hatten.

Der mit Abstand am schnellsten wachsende Wirtschaftsraum war erneut Asien, dessen Schwellenländer einen durchschnittlichen Anstieg des Bruttoinlandsprodukts von mehr als 9 % erzielten. Diese Dynamik schwächte sich im zweiten Halbjahr etwas ab, nicht zuletzt als Folge von Regulierungsmaßnahmen, vor allem in China.

Auch die Wirtschaft im Euroraum hat 2010 wieder um 1,7 % zugelegt. Dabei bestand zwischen den Mitgliedern der Währungsunion ein deutliches Konjunkturgefälle. So konnten die von Immobilien- und Schuldenkrisen betroffenen Länder kaum nennenswerte Zuwächse erzielen. Deutschland hingegen überraschte mit einer für europäische Verhältnisse kräftigen Wachstumsrate von 3,6 %; auch einige kleinere Länder im Euroraum entwickelten sich erfreulich.

In Osteuropa dämpften die Auswirkungen der Finanz- und Wirtschaftskrise in mehreren Staaten noch die wirtschaftliche Dynamik. Demhingegen konnte sich Polen mit konjunkturfördernden Maßnahmen und einer stabilen Binnennachfrage von anderen Ländern in diesem Wirtschaftsraum absetzen.

Wachstums-Spitzenreiter in Amerika war Brasilien, wo positive Wirtschaftsperspektiven die Investitionstätigkeit der Unternehmen anregten. Auch über den brasilianischen Markt hinaus zeigte Südamerika eine erfreuliche Entwicklung. In den USA gab es 2010 zwar einen leichten Aufwärtstrend, aber noch keine Anzeichen einer nachhaltigen Besserung.

Die Region Mittlerer Osten / Afrika profitierte von der rasch steigenden Nachfrage nach Energieträgern und Rohstoffen. Die Mehreinnahmen der Ölstaaten des Mittleren Ostens setzen diese unter anderem ein, um die Abhängigkeit von Ölexporten durch Investitionen in andere Industriezweige zu verringern.

Nachfrage nach Maschinen deutlich gestiegen

Der Maschinen- und Anlagenbau hat die für die Branche schwerste Krise der Nachkriegszeit gut überstanden und konnte 2010 von einer weltweit anziehenden Nachfrage nach Industriegütern profitieren. Wachstumsorientierte Kunden orderten neue Maschinen, um ihre Produktionsanlagen zu erweitern oder aufgeschobene Modernisierungsvorhaben nachzuholen.

Die Geschwindigkeit, mit der sich der Auftragseingang in den verschiedenen Zweigen des Maschinenbaus erholte, variierte, abhängig von den Kundenbranchen und deren Konjunkturzyklen. Entsprechend der Höhe des Orderrückgangs, der bei Gießerei-, Textil- sowie Kunststoffmaschinen besonders stark gewesen war, folgten auf die Besserung der Nachfrage umgehend kräftige Zuwachsraten.

Insgesamt verzeichnete der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) für seine Mitgliedsfirmen ein Wachstum der Produktion um 8,8 %. Diese Verbesserung konnte den vorangegangenen Einbruch im Bestelleingang allerdings nur teilweise ausgleichen. Das Volumen der Auftragseingänge im Maschinenbau erreichte daher nur in etwa das Niveau von 2005.

Markt für Pumpen, Armaturen und Serviceleistungen entwickelt sich uneinheitlich

Die Nachfrage nach Pumpen hat sich 2010 im Hinblick auf die Anwendungsbereiche sehr unterschiedlich entwickelt. Der wieder steigende Bedarf der Industrie und der Bauwirtschaft führte ab dem Frühjahr unmittelbar zu mehr Bestellungen von Standardpumpen. Demgegenüber zeigte sich das spätzyklische Projektgeschäft mit einem hohen Anteil auftragsbezogen konstruierter Pumpen von den negativen Investitionsentscheidungen der vorausgegangenen Krisenzeit geprägt.

Die deutlich geringere Zahl neu vergebener Großaufträge erhöhte den Preisdruck. Wettbewerber, die einseitig auf das Anlagengeschäft ausgerichtet sind, waren vielfach bereit, niedrigere Margen zu akzeptieren, um ihre Kapazitäten auszulasten. Dies erschwerte es, angemessene Renditen zu erzielen – insbesondere bei Kraftwerkspumpen. Infrastrukturelle Vorhaben wie der Bau von Wasserwerken und Abwasserreinigungsanlagen waren von dieser Entwicklung weniger stark betroffen. Die Nachfrage nach wassertechnischen Pumpen ist sogar gewachsen.

Der Markt für Armaturen hat sich ähnlich entwickelt wie der für Pumpen. Auch hier zog die Nachfrage nach Standardventilen, -klappen und -schiebern schneller an als die nach auftragsbezogen konstruierten Armaturen. Solche Produkte ordern beispielsweise Anlagenbauer für den Einsatz in Kraftwerksprozessen. Die Wachstumsimpulse für Armaturen kamen 2010 großteils aus den Märkten außerhalb Europas. Allerdings blieben die Bestellungen aus dem asiatischen Schiffbau deutlich hinter dem früheren Volumen zurück.

Im Servicemarkt für Anlagen zur Flüssigkeitsförderung zeigte sich eine stabile Nachfrage nach Instandhaltungen, Revisionen und Reparaturen im Kraftwerkssektor. Hinzu kam in Deutschland und Frankreich ein Anziehen der Nachfrage aus der Industrie.

Entwicklung der Wettbewerbssituation

Viele Pumpen- und Armaturenhersteller haben auf die Wirtschaftskrise mit Restrukturierungsmaßnahmen oder Kostensenkungsprogrammen reagiert und so die ökonomisch schwierige Phase überstanden. Die Hersteller von Standardprodukten konnten von der wieder anziehenden Konjunktur profitieren. Anbieter mit einem Absatzschwerpunkt im Projektgeschäft hingegen litten unter der geringeren Zahl neu vergebener Aufträge.

In der Zeit unmittelbar nach der Krise konzentrierten sich die Pumpen- und Armaturenhersteller stark darauf, die Schwierigkeiten im Markt zu überwinden und ihre Kapazitäten wieder besser auszulasten. Bedeutsame Firmenübernahmen fanden in dieser Zeit keine statt. Allerdings haben sich einzelne Anbieter, wie auch KSB, durch kleinere strategische Akquisitionen in ausgewählten Geschäftsfeldern verstärkt.