die Langzeit-Szenarien der Finanzkrise sind aktuell kein Thema mehr – die globale Wirtschaft hat wieder Fahrt aufgenommen. Auch KSB ist, trotz noch bestehender Marktschwierigkeiten, zurück auf Kurs. Im Auftragseingang haben wir zum zweiten Mal die Grenze von 2 Mrd. € überschritten und wir sind zuversichtlich, das Vorkrisenniveau im laufenden Jahr erreichen oder sogar übertreffen zu können. Auch der Umsatz soll, wie schon 2010, weiter steigen.

Unser Wachstum kann sich dabei auf das Breitengeschäft mit Standardpumpen und -armaturen stützen, das unmittelbar von der Nachfragebelebung profitiert. Deutlich langsamer entwickelt sich noch unser Projektgeschäft mit großteils auftragsbezogen konstruierten Produkten. Hier werden wir im aktuellen Geschäftsjahr weiterhin die Auswirkungen der Krise spüren, in der unsere Kunden weniger neue Anlagen geplant haben. Entsprechend geringer ist die Zahl an projektorientierten Großaufträgen, die derzeit zur Vergabe anstehen.

Wir müssen uns strategisch fokussieren, aber beweglich bleiben.

Heute aber können wir schon absehen, dass KSB insgesamt besser durch die Krise gekommen ist als viele andere Unternehmen unserer Branche. Woran das liegt, glauben wir zu wissen: Die Standfestigkeit von KSB, auch in einer globalen Krise, hat viel zu tun mit dem guten Ruf unserer Erzeugnisse, unserer finanziellen Solidität, aber ebenso mit der breiten Aufstellung im Markt. Da wir unsere Produkte in viele Branchen und viele Regionen liefern, bieten sich immer wieder Möglichkeiten, die Chancen und Risiken der verschiedenen Absatzbereiche auszubalancieren. Diese haben wir in der jetzt auslaufenden Krise genutzt und so unser Geschäft insgesamt stabilisiert. Die Flexibilität und Einsatzbereitschaft unserer Mitarbeiter haben uns dabei sehr geholfen.

Die breite Ausrichtung und unsere Beweglichkeit in den Märkten müssen wir für die Zukunft erhalten. Zugleich sieht unsere Strategie vor, uns in besonders aussichtsreichen Geschäftsfeldern in den kommenden Jahren gezielt zu verstärken. Dies ist kein Widerspruch: „So fokussiert wie möglich, so vielfältig wie nötig“ – ist eine Leitmaxime unserer neuen Ausrichtung.

Dieser folgen wir mit einer Reihe strategischer Projekte, die darauf zielen, für uns interessante Marktpotenziale zu erschließen. Dazu werden wir in der Technik auch neue Wege beschreiten, zugleich aber wollen wir die Möglichkeiten nutzen, weltweit mehr Kunden mit unserem bestehenden Produkt- und Leistungsprogramm zu erreichen.

WIR NUTZEN UNSERE GLOBALEN CHANCEN.

Hierzu werden wir unsere Aktivitäten im KSB Konzern noch besser aufeinander abstimmen. Das heißt konkret: den KSB-Fertigungsverbund stärken, neue globale Produkte entwickeln, weltweit einheitliche Prozesse schaffen sowie mehr regionale Zentren für Angebotserstellung und Projektabwicklung aufbauen.

Indem wir unsere Aktivitäten in den Regionen außerhalb Europas verstärken, entsprechen wir den Verschiebungen der Wachstumsschwerpunkte in Länder wie China, Indien oder Brasilien. Dort zählen wir heute bereits zu den führenden Lieferanten für Pumpen und Armaturen, bauen aber unsere Vertriebs- und Produktionsstrukturen weiter aus. Dabei wollen wir in Ländern, in denen wir im Projektgeschäft fest etabliert sind, nun auch im Breitengeschäft mit Standardprodukten wachsen. Aber ebenso orientieren wir uns in einige sich gerade erst entwickelnde Märkte in Südostasien und Südamerika.

WIR BAUEN UNSER GESCHÄFT AUF VERTRAUEN UND LEISTUNG.

Wo immer wir in der Welt Kunden betreuen und für sie arbeiten, stellen wir den gleichen Anspruch an unsere Arbeit: Wir wollen besser sein als unsere Wettbewerber und mit diesem Mehr an Leistung Erfolg haben. Hierzu gehört, dass wir uns das Vertrauen unserer Kunden stets neu erarbeiten, nicht zuletzt mit hochwertigen, langlebigen und energiesparenden Produkten sowie einem exzellenten Service.

Die Menschen, die diese Leistungen erbringen, können in gleicher Weise auf uns vertrauen und darauf, dass wir unsere Verantwortung für Belegschaft, Umwelt und Gesellschaft wahrnehmen. Darum haben wir 2010 den Global Compact der Vereinten Nationen unterzeichnet, dessen Emblem Sie jetzt erstmals in unserem Geschäftsbericht sehen.

Das Vertrauen in KSB war ebenso gerechtfertigt, wenn Sie im vergangenen Jahr in unser Unternehmen investierten. Binnen zwölf Monaten sind unsere Stammaktien um mehr als 50 Prozent im Wert gestiegen, der Zuwachs der Vorzugsaktien war mit rund 45 Prozent nicht wesentlich geringer. Dass Ihr Kapitaleinsatz sich auch langfristig lohnt, daran wollen wir 2011 weiter arbeiten.

Ihr

Dr. Wolfgang Schmitt,
Sprecher des Vorstands der KSB Aktiengesellschaft